Donnerstag, 31. Januar 2013

Spätzünder

In einem meiner letzten  Posts habe ich ja erwähnt, wie "gestresst " ich durch
die permanente Berichterstattung über die Zeit des Nationalsozialismus bin.

Gestern dann, habe ich endlich verstanden, warum zur Zeit so oft darüber
berichtet wurde.
Durch Zufall war ich im Fernsehen auf die Gedenktstunde des Bundestages
gestoßen und habe die berührenden Worte der Gastrednerin
Inge Deutschkron gehört
Ja, ich bin eine Spätzünderin.

Später sah ich dann noch einen, ohne die üblichen Bilder, Report über
die Jugend, bzw. die verlorene Jugend der Kinder und Jugendlichen die
damals gelebt haben.
Ein älterer Mann berichtete unter anderem darüber wie schwer es für ihn
war, nach dem Krieg zu belegen, dass er in einem KZ war, weil dieses
nicht zu den 15 großen KZ´s gehörte.
Ein anderer, was es hieß, in eine Schule zu gehen und dort zur Elite
geschliffen zu werden.
Dabei ging es hier nicht um Mittleid, sondern um eine Berichter-
stattung.
Mein Thema ist ja in diesem Jahr mein katholischer Glaube, also sammelte
ich für mich Information über die Situtation der Katholiken, Priester und
Gläubige, in dieser Zeit, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte.

Ich stieß auf einen Satz, der mich sehr nachdenklich machte.
Es ist ein Zitat von  Elie Wiesel :

Der nachdenkliche Christ weiß, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk, sondern das Christentum gestorben ist.“

Dienstag, 29. Januar 2013

Imbolc/Lichtmess

Am 2. Februar ist Lichtmess oder Imbolc.

Seit ein paar Tagen durchkämme ich das Internet zum christlichen Fest, denn etwas über
Imbolc und die Gestaltung so einen Tages zu finden, ist einfacher.
Da es in unserer Pfarre an diesem Tag keinen Gottesdienst gibt, habe ich nach Möglich-
keiten gesucht, dieses Fest zu Hause zu gestalten.

Imbolc gab es natürlich schon lange vor dem christlichen Fest, aber das ist ja hinlänglich
bekannt.
Lichtmess hat auch noch eine andere Bedeutung " Darstellung des Herrn " mit der ich,
obwohl Christin, so gar nichts anfangen kann. Fakt ist, dass für uns Christen die
Weihnachtszeit zu Ende geht. Der Opa meiner Kinder hat immer am 23.12 seine große
Krippenanlage aufgebaut und am 02.02. wurde sie wieder abgebaut. Da war der
Weihnachtsbaum schon lange aus dem Wohnzimmer ausgezogen, die Krippe
stand immer noch.
In der Kirche gab es Abends eine Messe in der wir geweihte Kerzen mit nach Hause
nahmen.
Irgendwo im Internet habe ich auch gelesen, dass es, als es noch Knechte und Mägde gab,
diese an diesem Tag ihren Arbeitgeber wechseln konnten.
Aber da könnt ihr gerne selber googlen.

Auf der Internetseite Jahreskreis habe ich mir die Idee geklaut, der kleinen Maus das
Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot zu erzählen. Sie steht voll auf Märchen
und das kennt sie noch nicht.
Für mich werde ich eine Kerze gestalten, die ich dann auf meinen Altar stelle. In
schweren Stunden soll sie dann für uns brennen.
Und dann schau ich mal, was mich sonst noch auf mich zu kommt.

Wie feiert Ihr Imbolc oder feiert Ihr es gar nicht ?


Nachtrag:

Ich habe Lichtmess dann doch in der Kirche gefeiert. Am Sonntag, den 03., war ein
Familiengottesdienst. Unter anderem wurden dort die Kommunionkerzen der
zukünftigen Kommunionkinder gesegnet. Wer wollte, konnte nach der Messe
kleine gesegnete Kerzen mit nach Hause nehmen. Bis ich allerdings am Kerzenstand
ankam, war der Kasten leer.
Ich habe zu Hause meine weiße Kerze genommen, gesegnet und sie auf meinen Altar
gestellt.
Später bin ich dann noch ein wenig draußen spazieren gewesen und habe nach dem
Frühling Ausschau gehalten.


Montag, 28. Januar 2013

Stöcken aufgehoben

Von nenya habe ich Stöckchen zugeworfen bekommen, dass ich heute aufhebe und beantworte.
Weil ich keine Ahnung habe, wem ich es zu werfen soll, lade ich meine Besucher ein, es
einfach aufzuheben.


 1. Hast du einen wiederkehrenden Traum?

Den habe ich tatsächlich alle paar Jahre mal. Ich träume davon im Haus
meiner Schwiegereltern zu sein und dann doch nicht, denn die obere Etage
ist ganz anders. Verborgen große Zimmer hinter eine von oben kommenden
Dachluke mit Treppenleiter. Ein schmaler Aufgang und hinter den Türen
große Zimmer, die ich erkunde . Bei der Erkundung überlege ich, wie ich
mit meinen Kinder und einem (unbekannten) Mann dort Platz finde. Wie
ich mich einrichte. Er ist so real, dass ich nach dem Aufwachen eine ganze
Zeit brauche um mich wiederzufinden.


2. Worüber hast du das letzte Mal Lauthals gelacht?
Ich lache so oft und viel. Mmh. Auf jeden Fall habe ich vor einiger
Zeit die neuen Folgen von Switch-Reloaded gesehen und so laut
gelacht, dass das kleine Kind im Nebenzimmer wachwurde. Meinen
Fernsehabend musste ich dann beenden.

3. Was steht auf der 11. Seite in der 11. Zeile in deiner aktuellen Lektüre?
Ich lese zwei Bücher, also:

- Buch " und die vielen Heiligenreliquien unversehrtsein. Da..-
und
- Er trat an sie heran. Sie  konnte seinen Atem riechen. -

4. Welches Konzert siehst du dir als nächstes an?
Am 03.03.13
Internationale Musikparade 2013 KÖLN,Tournee der Militär- und Blasmusik 

5. Deine längste Freundschaft ist wie alt?
In den letzten Jahren haben sich meine Freundschaften sehr verändert.
Hätte man mir die Frage vor einem Jahr gestellt, würde ich sagen
meine Freundinnen Alexandra und Bettina.
Alexandra kenne ich aus aus der Schulzeit.
Wir haben uns in der 5.Klasse kennengelernt und auch wenn wir
beruflich unterschiedliche Wegegingen, haben wir uns als wir mit
unseren Kids schwanger waren,im selben Dorf wiedergefunden.
 Nach der Trennung 2005 haben wir immer seltener Kontakt .
Wir versuchen uns aber 2-3 im Jahr zu treffen.
Und Bettina, die ich 1997 kennenlernte, als sie gegenüber
unserem Haus einzog. Sie wohnt immer noch da und war mir
immer eine gute Freundin. Auch oder ganz besonders in der
Trennungphase. 2010 hatten wir Streit, weil sie mir eine
Entscheidung sehr übel genommen hat. Ich akzeptiere ihre
Wut und Enttäuschung. Seit gut einem Jahr versuchen wir
uns wieder anzunähern, aber es ist sehr schwierig geworden.


6. Bist du manchmal “zivil ungehorsam”? Wenn nein, warum nicht?
Zivil ungehorsam - bei Rot über die Ampel gehen oder bei Ausfahrten
in die falsche Richtung fahren, weil die Straße frei ist ?

7. Deine kreative Passion?
Unter kreativer Passion verstehe etwas in das ich tief versinken
kann.
Zum einen Lesen.
Zum anderen Familienforschung. Boah - in alten Akten wühlen,
Verbindungen zwischen Menschen und Familien herstellen.
Dokumente in Sütterlin lesen - Jaaaaaa. Einmal angefangen,
kann ich kaum aufhören.

8. Bei welchem Lied aus dem Radio singst du immer mit?
With or without you - von U2
Ich liebe das Leben - von Vicky Leandros



9. Hast du ein Lieblings-Tarot?
Mein Rider White das ich mir mit 16 gekauft habe

10. Als letztes gedacht aber nicht gesagt und dann geärgert?
Da bin ich viel zu spontan um meinen Mund zu halten.

11. Einen Ort in Deutschland den du wunderschön findest?

Ich fühle mich in meiner Heimatstadt zu hause, aber wunderschön finde ich es
hier nicht. Da ich aber selten reise, fällt mir dazu jetzt nichts
besonderes ein. Oder doch. 2001 war ich im Zillertal und bin
zum ersten Mal in meinem Leben auf einen 2500 m Berg
gekrochen ( wandern konnte man meine Aktion nicht nennen)
Als wir oben ankamen, ging die Sonne auf. Ein Bild das
ich nie vergesse.


11 Sachen über mich:
1. Ich habe drei Nieren
2. Ich hätte gerne einen Bauernhof ( kleiner hab ichs nicht)
3. Ich bin süchtig nach Chips und Schokolade
4. Ich hasse es Zöliakie zu haben
5. Ich vermisse meinen Vater, der 2011 gestorben ist.
6. Wenn ich könnte, würde ich nicht arbeiten gehen, sondern (siehe 2)
     mich anders versorgen. Außerdem wäre ich gerne hauptberuflich
     Hausfrau und Mutter.
7. Ich möchte so gerne Klavier spielen lernen und ein eigenes Klavier
    haben.
8. Ich liebe es auf dem Sofa zu liegen und Fernsehen zu gucken. Am
    liebsten Actionfilme oder den ganzen CSI-Kram.
9. Ich bin Christin und habe das Gefühl, mich in manchen Foren und
    auch im realen Leben dafür rechtfertigen zu müssen. Zu allem "Übel"
    bin ich auch noch Katholikin und obwohl ich nicht mit allen einverstanden
    bin , was die Obrigkeit tut, habe ich nicht vor auszutreten.
10.Ich hab meinen Führerschein erst beim dritten Anlauf geschafft.
11. Ich habe schon ganz früh alle Karl-May-Bücher gelesen und
gesammelt. Leider sind sich bei einem Wasserschaden vor Jahren
zerstört worden.

So und jetzt mein 11 Stöckchenfragen, die gerne jemand aufheben darf.

1. Woran glaubst Du ?
2. Was gefällt Dir an Dir ?
3. Welcher Mensch ist Dir am allerwichtigsten ?
4. Drei Dinge, die Du mit auf eine einsame Insel nehmen würdest.
5. Welcher Mensch inspiriert Dich ?
6.  Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, wen möchtest Du kennenlernen ?
7.  Wie möchtest Du im Alter leben ?
8.  Fährst Du dieses Jahr in Urlaub ? Und wenn ja, wohin ?
9. Hast Du einen Garten? Wenn ja, wie sieht er aus?
    Wenn nein, hättest Du gerne einen?( geklaut bei   Caroona
10. Hast Du ein Hobby, dass Dich so fesselt, das Du die Zeit vergisst ?
11. Warum hast Du einen Blog ? Und wenn nicht, warum nicht ?


Sonntag, 27. Januar 2013

In dieser Woche habe ich wieder einen Punkt meine 101 Dinge Liste
geschafft.

Listenpunkt 42

B.S. und ich haben uns getroffen. Dabei sah es schon fast so aus, als ob es schon
wieder nicht klappen würde.
Donnerstag sollte unser Tag sein und am frühen Morgen, die Kinder waren
in Schule und KiGa , rief sie an um abzusagen. Ihr Chef wäre krank und sie
müsse einspringen. Er hatte sie am Abend vorher angerufen.
Schade, aber da kann man nichts machen.
Eine halbe Stunde später, eigentlich hätten wir uns genau in diesem Moment
getroffen, rief sie an . Ob ich den Vormittag schon verplant hätte, denn ihr
Chef hätte sich gerade gemeldet, sie brauche nur auf Abruf ...

Eine halbe Stunde später war ich bei und es wurde ein langer Vormittag.
Für mich ist es eine Reise in die Vergangenheit. Als ich noch in dem
kleinen Dorf gewohnt habe, waren unsere Töchter wie Zwillinge, Nicht
auseinanderzubringen und sahen sich so was von ähnlich, dass wenn sie
die gleichen Klamotten trugen, Fremde davon überzeugt waren.

Da sass ich nun in ihrer Küche, wie früher und nachdem wir uns auf
den neuesten Stand gebracht hatten, kamen wir auch auf meine ge-
scheiterte Ehe, dem Verhältnis Vater-Kinder usw. zu sprechen.
Für mich sind solche Treffen immer sehr emotional. Sie ist tatsächlich
noch immer glücklich mit ihrem Mann verheiratet .
Sie lebt in ihrem Haus, dass mein "Mann" damals mitgebaut hat.
Wehmütig und auch ein wenig neidisch schaue ich auf ihr Leben.
Fühle meine eigenen Unzulänglichkeit. Damals vor 25 Jahren habe ich
tatsächlich gedacht, diese Ehe ist " bist das der Tod uns scheidet" .
Heute ist es so, dass der Vater meiner Kinder, mit mir noch nicht einmal
spricht. Weder über die Kinder, noch über Vergangenheit. Ich bin
für ihn nicht vorhanden. Mit den Kindern trifft er sich hin und wieder.
Wenn ich ihn anrufen, ruft er auch zurück. Aber sollte ich versuchen,
nicht über die Kids zu sprechen, bricht er das Gespräch ab .
Vor zwei Jahren hab ich ihn mal in Aachen zufällig getroffen
und spontan gefragt, ob wir einen Kaffee zusammen trinken. 
Kein Lust, war seine Antwort.
Mit diesem Mann habe ich 18 Jahre zusammengelebt, Tag und
Nacht, da wir einen Familienbetrieb hatten.
Manchmal frage ich mich warum er so abweisend ist.
Er ist seit 8 Jahren mit unserem Trennungsgrund zusammen. Er
ist gegangen.
Ob ich es jemals schaffe, nicht mehr zu trauern, über das was ich,
und auch die Kinder verloren haben ?

Heute bin ich in einer neuen Beziehung. Wir haben ein gemeinsames
Kind. Wir leben nicht zusammen, das hat seine Gründe. Aber ich bin
glücklich.
Doch die Altlasten lassen mich nicht los.

Die Eltern von B. kamen vorbei und ich durfte erfahren, was es heißt,
mit einem dementen Vater zusammen zu leben. Er, den ich nur als super-
korrekten, schnell aufbrausenden Mann kennengelernt habe ist durch
die Krankheit ein ruhiger Mann. Die Mutter erzählt wie schlimm es
für sie ist, wieder ein "Kind" zu haben. Die Tochter erzählt, wie der
Vater zu ihr flüchtet, wenn die Mutter " drauf" ist. Die Liebe der
beiden Frauen für diesen Mann ist spürbar. Und die Traurigkeit. Und
dann gab es noch die Geschichte von der 9-jährigen Tochter, die
nicht alleine bleiben möchte, wenn ihre Eltern und Großmutter mit
dem Karnevalsverein unterwegs ist. Sie passt dann auf den Opa auf.
Und der Opa noch ein wenig auf sie.


Samstag, 26. Januar 2013

seltsame Gefühle am Samstagabend

Ich ertrage es nicht mehr ...

Heute Abend habe ich mich so auf eine Sendung im Fernsehen gefreut.
Auf Bayern wollte ich mir " Marcel Reich-Ranicki : Mein Leben "
anschauen. Ich liebe Blicke in andere Leben. Biografien.

Doch nach einer Stunde kam ich an meine Grenzen. Bilder aus
dem Ghetto ( vermutlich Orignalaufnahmen) als das Gelbfieber
ausbrach und die toten Menschen aufgesammelt wurden. Kinder
wurden auf einen Wagen gelegt und eine Leiche fiel herunter.

In diesem Moment kam ich an meine persönliche Grenze.
Ich mag keine Bilder mehr sehen, von sterbenden und leidenden
Kindern . Damals nicht und heute nicht.
Ich bin so sensibel geworden, dass ich mir keinen Film, keine
Doku mehr anschauen kann, in den Kindern körperlich oder
seelisch leiden.
Während ich diese Zeilen schreibe, laufen mir die Tränen
übers Gesicht.
Ich bin so dankbar, dass meine kleine Tochter nebenan gesund
und behütet schlafen kann.

Ich bin mir bewußt, dass das Leiden damals und heute, das Erwachsene
Kindern antun, nicht vergessen werden darf.

Und doch mag ich nichts mehr hören und sehen.
Das liest sich so egoistisch. Und doch. Ich weiß nicht wie ich
so ein Leid lindern soll. Fühle mich hilflos, machtlos.

Ein Lied geht mir durch den Kopf:


Sind so kleine Hände


Wasser soll privatisiert werden - NEIN

Hallo zusammen,

habt ihr schon davon gehört.
Wenn es nach der EU geht, soll die Wasserversorgung privatisiert werden.
Und dann wird es uns sicher so gehen, wie mit den Strompreisen. Denn
da gibt es das schon.

Es gibt eine Aktion:

Wasser ist ein Menschenrecht

Hier könnt ihr helfen es zu verhindern.

Und wer noch mehr lesen will, kann das hier tun:

Konzerne wollen uns heimlich das Wasser nehmen


Macht mit !

Mittwoch, 23. Januar 2013

Verwandtschaft

So ist das mit der Familieforschung.
Da stellte die große Tochter gestern fest, dass sie die Tante 3.Grades ihrer Freundin ist, die
drei Wochen nach ihr geboren wurde.
Wer hätte das gedacht, in einem Dorf mit 1200 Seelen, dass sich die Wege so kreuzen. Aber
auch mit ihren Friseur ist sie verwandt. Ganz schön überraschend für eine 15jährige, die
sich bisher nicht mit dem Thema beschäftigt hat.
Und jetzt hat die Mutter den "Auftrag" bekommen, herauszufinden, ob eine ganz bestimmte
Familie aus einem anderen Nachbardorf etwa auch mit ihr verwandt ist.

Ich finde das ganz spannend.
Dorfgeschichten. Netze. Verbindungen.

Was ich noch besser finde ist, dass die Oma meiner Tochter diese ganzen Verbindungen,
Herkünfte im Kopf hat.
Vor knapp 20 Jahren habe ich mit diesem Hobby angefangen.
Damals sass ich oft bei meiner Schwiegermutter mit einem oder mehreren Blättern und
einen Stift bewaffnet, wenn sie loslegte.

Also - dat Hildegard von hinten, ist ja eine geborene J... und deren Vater ist der Bruder 
von meinem Mann seinem Onkel ...

Ne, mit den J... haben die nichts zu tun. Die kommen von ... und die Tochter von denen
hat ja den ... geheiratet und dem sein Sohn ist ...

Wie ich das geliebt habe und immer noch liebe, auch wenn unser Kontakt mehr als
eingeschlafen ist.
Das waren gute Zeiten in Zusammenleben mit der Großfamilie. Und wenn ich daran
denke, dann fällt es mir schwer, mir vor Augen zu halten, dass ich von ihren Kindern
vor zwei Jahren gesagt bekam " Du gehörst nicht mehr zur Familie " und ich
deswegen den Kontakt abgebrochen habe.

In meinem Chor ist eine Sängerin ( ca. 70) die hat meinem Opa als junges Mädchen
immer im Elektrogeschäft ( das ich aus meiner Kindheiterinnerung noch kenne)
bedient. " Das war so ein netter, dein Opa " erzählte sie mir letzte Woche bei der
Probe. " Deine Oma ist ja nie vor die Türe, der hat ja alles erledigt " 
Ich kenne nicht viele Geschichten vom Vater meines Vaters, da meine Eltern nie
über Opa gesprochen haben und meine Mutter so von Hass erfüllt ist, was meine
Oma angeht.
Da bin ich immer dankbar, wenn ich zufällig auf Zeitzeugen treffen, die, nachdem ich
meinen Mädchennamen wieder angenommen habe, mich erkennen als die Enkelin vom
Schmuggler Peter, der damals nach dem Krieg bekannt wie ein bunter Hund war.
" Und fleißig " , erzählt mir Hans Sch., der , wie er immer so schön sagt, mich kennt
seitdem ich mit Zöpfen und Ranzen die Straße runter kam und zur Schule ging.
"Der hat immer nur gearbeitet ", als Maurer, Bergmann usw.
Schade das ich ihn nicht kennengelernt habe. Er starb als ich acht Jahre alt war, nachts
an Herzinfarkt. Wie mein Vater, aber der ist eine andere Geschichte.

Montag, 14. Januar 2013

Melaten-Friedhof

Mit meinem Ausflug zum Melatenfriedhof in Köln bin ich sicherlich noch einige Zeit beschäftigt.


Als wir so ziellos spazierten, kamen wir an einem Grabstein vorbei,
da stand mein Mädchenname, den ich vor fünf Monaten wieder
angenommen habe,  darauf.
Nur der Nachname, sonst nichts.
Das berührt mich schon.

Zu meinen Hobbies gehört seit über 20 Jahren die Familienforschung.
Ich habe die Stammbäume der Großeltern meiner Kinder zum
Teil bis 1600 verfolgt.

Die Familie meines Vaters väterlicherseits hat nie woanders gelebt als
in Baesweiler.
Meine Oma väterlicherseits kommt aus dem Saarland und hat auch
Verbindungen nach Frankreich, denen ich bisher noch nicht gefolgt bin.

Es gibt einen Ort hier im Jülicher Umland der heißt wie wir. Und jetzt dieser Grabstein.
Ich hatte kurz das Gefühl als öffne sich eine Tür in die weite Vergangenheit.

Natürlich hab ich mir den Stammbaum wieder hervorgeholt und noch mal ganz genau
angeschaut.
Der letzte auf der Liste ist Urbanus S. Er hat seine Frau Maria 1720 in Oidtweiler geheiratet.
Oidtweiler ist heute ein Stadtteil Baesweilers. Aber die Kirche in Oidtweiler war die
Mutterkirche und es wird vermutet, dass es diese Pfarre bereits im 10.Jahrhundert gab.

Urbanus hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Einer dieser Söhne ist logischer Weise meine
Linie, aber mich interessiert gerade sehr, wohin die anderen Linien führen.
Familienforschungist ein sehr zeitintensives Hobby, bei dem ich mir immer
ein Zeitlimit setzen muss, damit mein Haushalt und alles andere noch irgendwie
funktioniert. Denn wenn ich mich einmal festgebissen habe ...


Und dann war da noch Grab, auf dem Stand der Mädchenname meiner Großmutter mütterlicherseits.
Doch die Linie meiner Mutter kommt aus dem Saarland.
Und ihre Vorfahren, die Familie David Roth, hat ebenfalls über viele Jahrhunderte
in denselben Ort gewohnt. Bis zu dem Tag an dem sich z.B. meine Mutter, aus Liebe zu meinem Vater, aufmachte vom Homburg nach Baesweiler zu ziehen.


Sonntag, 13. Januar 2013

Wenn Wege sich kreuzen

" Du bist eine Christin. "

Das ist die Aussage des gestrigen Tages, die so stimmig in der tiefe meiner Seele angekommen ist.
Ausgesprochen hat sie  die wunderbare Dryade, die ich gestern an einem wunderschönen Ort kennenlernen durfte.

Über unsere Blogs kennen wir uns schon länger und jetzt durfte ich den Menschen hinter
diesem Blog treffen. Wir hatten uns vorher noch nie gesehen und doch war es für mich
vom ersten Moment so vertraut.
Unsere Lebensgeschichten könnten nicht unterschiedlicher sein, aber es gibt vieles was uns
verbindet.

Bei wunderbarem Wetter wanderten wir über den Melaten-Friedhof 
(Punkt 26 meiner 101 Dinge)  in Köln. Einfach so, ohne
auf der Suche nach einem bestimmten Grab zu sein ( wie einige Umherirrende )
und  nahmen die Schönheit des Ortes in uns auf.

Unzählige Eichhörnchen querten unseren Weg . Manche kamen ganz nahe zu uns.


Eines von ihnen holte sich später der Bussard, der über unsere Köpfe flog.

Unter anderem sprachen wir über unseren Glauben, meine Zweifel und was mir so durch den Kopf ging. Dabei viel der o.g. Satz und in mir klang eine Seite. Ich brauche nicht mehr suchen, ich bin schon längst angekommen. Zu Hause. In meinem Glauben.

Ich weiß, dass habe ich schon einmal, eventuell auf meinem alten Blog, geschrieben. Aber so wie es sich gestern anfühlte, bis in die letzte meiner Zellen, war es noch nie.
Und es macht alles andere so einfach.
Denn es geht um den Glauben, dass was mich trägt.

Immer wieder führte unser Weg an diesem Grab vorbei.




Ich bin davon überzeugt, hätten wir gestern gewußt, wer diese Sophia war,
uns hätte es nichtgewundert,dass wir an dieser Stelle mehrmals vorbei kamen.
Ich habe ihre Geschichte bei wikipedia gegoogelt.

Im Prinzip hätte ich mich noch stundenlang mit ihr unterhalten können und ich freue mich schon auf unser nächstes Wiedersehen.




Donnerstag, 10. Januar 2013

Der Terminkalender füllt sich



Das Jahr hat kaum angefangen, da mehren sich die Termine in meinem Kalender.

Die Tochter kommt mit ihrem Terminzettel der anstehenden Prüfungen von Mai bis Juli
nach Hause, die Mutter mit den Terminen des Chores von Januar bis April.
Nicht zu erwähnen die ersten Arzttermine, Schul- und Kindergartenfreien Tage vor und
nach irgendwelchen Feiertagen, Karneval usw.
Freunde und Bekannte rufen an. um Versprechen aus 2012 einzuhalten.
Wie zum Beispiel der geplante Ausflug  in das " Haus der Wolle " in Düren ( nächste
Woche - hurra) .
Oder der Anruf einer sehr guten Bekannten, die ich fast täglich sehe und die sich
nur am Telefon traut zu fragen, ob ich ihr die Karten lege.

Angeregt durch den Besuch verschiedener Blogs und deren Diskussion über den richtigen
Kalender, gestalte ich meinen 08/15 Kalender in diesem Jahr mal etwas individueller.
Eine Rubrik " Bücher die ich lesen möchte" wurde angelegt, der Chorterminplan kurzerhand
eingeklebt ( jetzt brauche ich ihn nicht mehr suchen). Auch ein wenig Tagebuch mäßig
 möchte ich ihn nutzen.
Wo im letzten Jahr zum Beispiel nur "Beerdigung" stand, ziert in diesem Jahr eine Skizze
des Stammbaums der Familie (soweit mir bekannt) das Kalenderblatt. Das Jahr war nämlich
genau einen Tag alt, da stand ich schon auf dem Friedhof . Der Opa einer Freundin.

Was mich enorm stört an meinem Kalender und das geht mir jeden Tag mehr auf die Nerven, dass die Uhrzeiten so klein geschrieben sind, dass ich einen Termin beim Optiker zum kostenlosen Sehtest erwäge.
Bin ich so blind oder ist es tatsächlich so klein geschrieben ?

Gestern habe ich ein junges Paar in seinem neuen Haus besucht und ich muss sagen,
ich war beeindruckt von der Größe und der Einrichtung. Das Elternhaus der jungen
Frau, in dem  ich viele Jahre zu Besuch war, wurde umgebaut und wirkt von innen
wie ein hochmoderner Neubau.
Erinnert an meine ersten Jahren im neuen Haus vor 20 Jahren ( es steht nur zwei
Häuserblocks entfernt) war ich kurz ein wenig neidisch. Doch dann fielen mir
meine Sorgen über Jahre ein, die wir hatten, um unser Haus zu erhalten und
der Moment ging vorbei.
Ich bin gespannt,wie dieses Haus sich jetzt mit Leben füllt. ( Nachtrag 2018 ..in
diesem Jahr kam ihr Kind zur Welt )

Ein neues Jahr und für diese beiden auch ein neuer Anfang im deren gemeinsamen Leben.

Samstag, 5. Januar 2013

Rauhnächte vorbei

Unsere Rauhnächte klingen nun aus und ich muss sagen, es war eine schöne Zeit. Der Vater hatte vom 23.12 - 05.01.13 Urlaub, dass heißt wir waren mit kurzen Unterbrechungen fast zwei Wochen zusammen. Das hatten wir das letzte Mal bevor das Novemberkind in unser Leben trat.
Für sie war es doppelt schön, denn nicht nur, dass sie viel Zeit mit ihrem Papa verbringen durfte , nein, sie war auch bei Papa zu hause in "Urlaub" .Will heißen, sie ist am Neujahr mit dem Papa nach Borken gefahren und hat mit ihm eine Nacht in seiner Wohnung übernachtet.
Was für ein Luxus für mich ! Eine Nacht ohne Kleinkind und ein Abend mit dem Chor ohne
auf die Uhr oder das Handy schauen zu müssen.

In den Raunächten war ich dieses mal ziemlich häufig in der Kirche unterwegs.
Was zum einen auch an meinem Chor lag.
Allein diese Woche waren es vier Tage hintereinander. Mein Großer deutete schon an, über meinem Kopf wäre ein Leuchten zu sehen . Allerdings hätten die Fußsohlen leichte Rauchspuren.
Danke. Besser hätte man meinen Zwiespalt nicht beschreiben können.
Andauernd stand ich in der Kirche und musste an einen Ausspruch denken:" Irgendwann musst Du Dich entscheiden ".
Aber ich will hier  nicht schon wieder von meinem ewigen Hin- und Her schreiben.

Die Vorkommnisse des Tages zu notieren, ist kein Problem. Die Träume jedoch
verschwinden mit dem Aufwachen im Nirgendwo.
Spannend finde ich dieses Jahr, die Deutungen für Januar zu lesen und zus sehen, wie sie sich auf die eine oder andere Weise zu manifestieren .

Am Montag geht die ruhige Zeit dann endgültig zu Ende. Der Papa ist bereits gestern los. Bei den Kindern enden Ferien und Urlaub, sowie vorlesungsfreie Zeit. Dann gehört die Wohnung vormittags mit all ihren Arbeiten und Freuden wieder mir.

Einen Vorsatz für das Jahr 2013 gibt auch. Strikter auf meine glutenfreie Ernährung achten. Das habe ich im letzten Jahr ziemlich schleifen gelassen. Es geht mir gesundheitlich zwar gut, laut großem Blutbild usw. - aber ich mag auch nicht warten, bis es sich durch Selbstverschulden verschlechtert.

Das Wetter ist mal wieder nicht zu erklären. Morgen zwitschern die Vögel als wäre es Frühling und wenn es dann "hell" wird, ist es auch schon bald wieder dunkel. Feucht und "uselig". Ha, den Begriff uselig musste ich letztens meiner polnischen Freundin erklären, die dieser wiederum ins Polnische übersetzte. Aufgrund meiner unterstreichenden Körpersprache klappte es dann.
Mir war gar nicht bewusst, wie viele Begriffe sich überhaupt nicht übersetzen lassen.
Hintergrund: Meine Freundin hat einen Obst-und Gemüseladen und ist außerdem Anlaufstelle für die Polen, die in unserer Umgebung ältere Leute ganztägig pflegen. Und wenn ich dann in den Laden komme, werde ich oft gefragt : Wie heißt dieses oder jenes ?
Unter anderem auch"uselig" oder der Begriff "unbedingt". Wir haben da oft viel zu lachen.

So jetzt setzt ich noch den Gulasch für morgen auf und dann geht es aufs Sofa.