Dienstag, 9. April 2013

Der Traum vom eigenen Garten

Angeregt durch bodecea mache ich mir Gedanken über meinen Traum vom eigenen Garten
und was er für mich bedeutet.
Gerne teile ich mit euch diese Gedanken.


Schon in meinem Kommentar hatte ich einen Anfang gewagt mir darüber schriftlich
klar zu werden.
Und eine Frage die sich mir seit dem immer stellt, warum ich glaube, dass ich nur so
der Natur wirklich nahe sein kann, wenn mich in einem Garten austobe.

Tatsache ist, dass der Balkongarten nur ein Ersatz ist, mich zeitweise beschäftigt, aber
mich nicht erfüllt, ausfüllt.

Oma und ich sind auch nicht wirklich als Gartenteam kompatibel, fällt also auch aus.



Spaziergänge im Feld sind nicht so belebend, wie Spaziergänge im Wald, vor allem
wenn da noch das Element Wasser mitspielt.
Wenn ich über die Felder meiner Heimat wandere, dann schweifen meine Gedanken
eher in die Vergangenheit und das was ich aus der Geschichte meiner Stadt weiß.
Das Langhaus aus der Steinzeit, dass hier irgendwo stand. Der Verlauf einer Grenze
zwischen Dörfern die sich beneideten oder die Front die hier rundherum war. Dort
die Alliierten, dort die Deutschen. Oder aber eine uralte Schlacht mitten im Feld, wo zum
Gedenken an die Toten Bäume gepflanzt wurden.Die Vorstellung das unter meinen Füßen
Bergarbeiter , wie Großvater, Vater und Bruder, Steinkohle abbauten und mit deren
Schweiß und Blut die Ringsrum sichtbaren Kohlehalden aufgeschütten wurden.
Eine Baumlinie zeigt den alten Verlauf eine Bahnlinie zwischen den Zechen,die
auch von den Menschen genutzt wurden , um zum Beispiel die nächste Schule zu
erreichen. 
Rings um mich herum sind diese Felder, über die zur Zeit die Traktoren ( hier sagt
man Trecker) fahren . Allein das löst bei mir Neid aus. Ein Feld bestellen ! Wow !

Im Wald habe ich das Gefühl zu atmen, zu leben und das Bedürfnis Bäume und Pflanzen
zu berühren. Die Luft ist klarer und leichter. Aber ich fühle auch meine Angst.
Angst nicht zu wissen, was hinter der nächsten Kurve auf mich zukommt. Ich kann
es nicht sehen, muss es auf mich zukommen lassen. Ich liebe es den Tieren zu lauschen,
gleichzeitig stehen meine Nackenhaare hoch, weil ich das Gefühl habe, permanent
beobachtet zu werden.

Aber nur im Garten habe ich das Bedürfnis mit meinem Händen die Erde ! zu spüren.
Gartenarbeit brachte mich auch körperlich an Grenzen, etwa wenn die Kraft nicht reichte
um mit der Astschere zu arbeiten oder Wurzeln aus der Erde zu graben.
Und es ist so herrlich befriedigend, wenn aus kleinen Samenkörner kräftige Pflanzen werden.
Und die Pflänzchen die nichts werden, werden gepflegt, gehegt und ungern kompostiert.

Der Geruch, die Farbe, der Geschmack von selbstgezogenem Obst und Gemüse.
Nichts ist sinnlicher für mich.

Mit meinen Händen kann ich vieles schaffen, allein das täglich Mittagessen und die
vielen anderen Dinge, die der Haushalt mit sich bringt. Dazu kommen noch meine Hobbies,
wenn ich denn Platz und Muße habe.Die Arbeit im Haushalt beschwingt mich ( manchmal
langweilt sich mich auch fürchterlich; aber das ist mit allem was zur Routine wird).
Die Arbeit im Garten ist wie Meditation.

Die nächste Frage ist also:
Wie bringe ich wieder einen Garten in mein Leben ?



Montag, 8. April 2013

Ein kurzer Wochenendrückblick.

Wie ihr ja gesehen habt, haben wir den sonnigen Sonntag genutzt und sind
mit der Kleinen und ihren Schwestern (21 und 15) mal raus in die Natur.
War ein kurzer aber sehr vergnüglicher Spaziergang, vor allem weil die
großen Schwestern mit ihr durch den Wald kletterten. Berg auf und ab,
sogar ein Höhle hatten sie entdeckt, aber wegen der Steile kamen sie nicht
hin.

Am Samstag haben wir den 21. Geburtstag meines zweiten Sohnes gefeiert.
Schon lange hatte ich geplant, ihn mit einer Geburtstagfeier beim Chinesen zu
überraschen.
Seine besten Freunde waren eingeweiht und eingeladen. Als er sie einlud sagten sie
ab ( wir müssen auf Nachtschicht usw.)  und er war ziemlich geknickt.
Unsere Oma war auch mit und so waren wir mit 12 Leuten unterwegs.
Die Kleine hat auch mitgespielt und wir blieben bis nach 21 Uhr im Restaurant.
Ein schönes Fest, dass mich von meinen Sorgen ablenken konnte.
Das Geld hatte ich wochenlang zurückgelegt, so dass sich keine Loch auftun konnte.
Das tat richtig gut.

Beziehungstechnisch war leider wieder mal kein Gespräch möglich, irgendwie sind
wir nie allein. Selbst auf dem Klo ( lach ) nicht.

Sonntag, 7. April 2013

Ausflug am Sonntag

Endlich scheint einmal die Sonne und wir sind sofort raus in die Wildnis.
So hast das Dorf mit anliegendem Waldstück tatsächlich.

Eine Höhle.
 Alte Ruinen.
Wieder in der Zivilisation.

Die beiden großen Schwestern waren mit dabei und sind mit der Kleinen ganz schön rumgekraxelt.

Freitag, 5. April 2013

Ein neuer Tag

Heute ist ein neuer Tag, die dunklen Stunden des gestrigen hängen noch ein wenig nach,
doch habe ich sie auch nutzen können um mir Gedanken zu machen.
Vor der Fastenzeit hätte ich die schlechten Gefühle mit Essen betäubt, aber irgendwie
klappte das gestern nicht, was mich freute.

Es ist so, dass ich tatsächlich zur Zeit mein ganz Leben mal wieder in Frage stelle.
Oder zu mindestens große Aspekte meines Lebens.
Da ist immer noch der Traum vom eigenen Garten, vielleicht mit Haus. Ich hatte
mir vor einiger Zeit vorgenommen, diesen Traum nicht mehr zu träumen, aber er
kehrt immer wieder mit voller Wucht zurück.

Meine Lebensuhr tickt an manchen Tagen so laut in mir, dass ich Panik bekomme,
dass es zu spät ist. Und dann wiederum denke ich, stress Dich nicht ab, das wird
kommen.

Ich schaue zurück und es fällt mir schwer zu sehen, was ich erreicht habe.
Übergroß die Bilder von dem was verloren.
Ich fühle mich durch die räumliche Enge so abgeschnitten von meiner Kreativität.
Nirgendwo ein Platz an dem ich mich lassen kann, weil alles immer aufgeräumt
werden muss . Die Arbeit, die ich tun kann, ist am frühen Nachmittag geschafft.
Mit Haus und Werkstatt war rund um die Uhr zu tun.
Ausgebremst durch Lebensumstände, die ich nicht mehr ändern kann.
Vorbei.

Ich schaue nach vorn und sehe die finanzielle Begrenzung,die es mir einfach nicht
möglich macht, an meinen Traum glauben, dass was verloren
 - Haus, Hof,Garten - wieder aufzubauen.
Gute Freundinnen versuchen Trost zu spenden .
Fühle mich wie ein Teenager der darüber nachdenkt, was sie alles tut, wenn sie
erwachsen ist und Geld verdient und bin gleichzeitig die bremsende Mutter, die
mir sagt: Wart erst mal ab, wie soll das gehen ?

Immer wieder schaue ich mich um, suche Möglichkeiten.
Thema Garten: Meine Mutter (76) hat einen,der ihr langsam zu viel wird, aber
mit mir teilen will sie ihn nicht. Sie pflegt ihn so, wie sie es mit meinem Vater
(vor 12 Jahren verstorben) gemacht hat und da passe ich nicht rein.Nur als Besuch
mit den Kindern oder allein. Aber nicht als schaffende.
Die nächstmögliche Schrebergartenkolonie 12 km entfernt. Wie hinkommen ohne
Auto. Mit Kleinkind usw. auf dem Rad. Hab ich ausprobiert, ist nicht Alltagstauglich.
Balkongarten: ein kleines Pflaster auf der Wunde, aber immerhin.

Über meine finanzielle Begrenzung zu sprechen tut nicht Not, da hat jeder seine
Probleme und durch Klagen ist sie bei mir noch nicht besser geworden.
Aber sich arm zu fühlen, ist kein schönes Gefühl. Abgeschnitten von der Außenwelt
wäre es ein leichteres damit zu leben, aber mit Halbwüchsigen ein schwieriges Unter-
fangen.

Auch Freundschaften sind verloren gegangen, viele.
Neue beginnen zu wachsen.
Die alten Freunde, die die gleiche Kreativität und Lebensinhalte lebten, fehlen schmerzlich.

Und so blättere ich in meinen alten Gartenbüchern mit Themen wie Selbstversorgung ,
Bio - oder Bauergarten und überlege, was kann ich neues tun, damit ich wieder zufrieden
werde in meinem Leben.

Wenn ich neuen Freunden von meinem alten Leben erzähle, hört es sich für sie an, als hätte
ich im Paradies gelebt. In meinen Ohren auch.

Wenn es dass Paradies gewesen wäre, hätte ich versucht es zu erhalten.
War es aber nur im Rückblick.


Donnerstag, 4. April 2013

Es geht mir nicht gut zur Zeit. Ich will es nicht aufs Wetter schieben, aber
irgendwie ist meine gute Laune im tiefsten Keller angekommen.
Bisher habe ich mich tapfer geschlagen, doch gestern, als ich nach Hause
kam spielten vor unserem Wohnblock auf dem Spielplatz zwei Grundschul-
mädchen, die ich vom Sehen kenne.
Eines dieser "netten" Mädchen rief mir zur Begrüßung zu:
Na, du fette Sau, warst wieder Fressen kaufen, damit du noch
fetter wirst.

Ich war sprachlos, bin verletzt und unendlich traurig.

Dann bei der Chorprobe eine besonders "nette" Chorschwester, die
am Sonntag sah, dass mir die Hose immer rutschte ( bedingt durch
die Fastenzeit), begrüßte mich mit den Worten: Na, was macht
die Hose.Rutscht sie noch ? Schon mit der Trennkost angefangen ?
Die hatte sie mir nämlich empfohlen, um mein Gewicht weiter zu
reduzieren, damit ich mir auch mal schöne Kleidung kaufen kann.
( Ich kenne diese Frau noch nicht einmal mit Namen. Sie singt
lediglich in diesem großen Chor mit mir . Ich sollte ihr nächste
Woche Tipps zur Faltenbereinigung geben, davon habe ich nämlich
weniger als sie )

Spät am Abend packte mich dann das Selbstmitleid und ich fragte
mich tatsächlich, nach meinem Wert.
Arbeitslos, mittellos, fett.
Das bin ich. Bin ich das ?
Das einzige was ich auf die Reihe bekomme sind meine Kinder.
Aber die sind, bis auf eine, schon groß und brauchen mich nicht mehr.

Meine Familie, sofern sie hier nicht liest ( was ich nicht glaube), ahnt
nichts von meinen Gedanken. Was soll ich ihnen aus sagen. Sie können
auch nichts daran ändern.

Also jammere ich hier ein bißchen rum und warte, dass es mir wieder
besser geht.