Donnerstag, 26. Juni 2014

Leben

Heute nur einen kurzen Post, denn irgendwie verschlägt es mir
die Sprache.

Gestern war ich zum ersten Mal auf der Onkologie.
Eine Station, die mir klar macht, wie wertvoll Leben ist.

Die nächsten Monate werde ich zwischen zwei Welten pendeln.
Hier mein Zuhause .
Dort der Kampf ums Leben.






(Nein, auf meinem Balkon ist noch nicht so weit, es ist vom letzten Jahr.)

Montag, 23. Juni 2014

Alles anders

So schnell kann es gehen.
Alles ist anders als noch vor einer Woche.
Jemand der dir sehr weh getan ist auf einmal hilflos.
Bittet um Hilfe.

Dein Verstand warnt ...
Dein Herz handelt.
Sichert Hilfe zu.

Tränen , unendlich viele Tränen.
Versäumte Chancen für ein Paar, dass doch alles anders machen wollte.
Und doch ...
Das wir , das uns , so schnell verloren.

Ist das eine Chance ?
Ist es ein böses Spiel des Schicksal.

Unwichtig.
Ein Mensch liegt am Boden.
Da trete ich nicht nach.
Ein Mensch liegt am  Boden.
Bittet um Hilfe.
Ich reiche meine Hand.
Ohne darüber nachzudenken, was aus mir wird.

Und doch bleibe ich wach.
Achte auf mich.
Ich weiß was ich nicht mehr will.
Ich möchte nicht mehr getreten werden.
Ich möchte nicht mehr mich selbst verlieren.

Ich werde auf mich achten.
Ich an erster Stelle in meiner Aufmerksamkeit.
Tun was geht und immer wieder stillstehen.
Um der Seele, meiner Seele Raum zu geben.
Um mir selbst zu zuhören.

Ist es wichtig darüber nachzudenken was in Tagen, Wochen, Monaten
sein könnte ?
Ist es wichtig , den Tag zu nehmen wie er ist und sich darin nicht
zu verlieren ?

Ein Mensch bittet um Hilfe.
Ich trete nicht da.
Ich reiche die Hand.




Samstag, 21. Juni 2014

Traurige Prinzessin

Geplant war, dass die Kleine an diesem Wochenende ihren Papa wieder sieht.
Sie vermisst ihn sehr und er war am vergangenen Montag aus dem Kranken-
haus gekommen. Die OP am Bein war gut verlaufen und gestern sollten die
Fäden gezogen werden.

Doch jetzt ist alles anders.
Er hatte einen Schlaganfall und liegt seit gestern in Bochum im Krankenhaus.
Genaues wissen wir noch nicht, nur das er Probleme mit der Sprache hat.
Das habe ich dem Mäuschen heute morgen erklärt.
Es war nicht einfach der 4-jährigen wieder einmal zu sagen, dass Papa im
Krankenhaus ist. Sie ist sehr traurig. Und das jetzt auch noch das tägliche
telefonieren mit Papa weg fällt.
Mit ihr ins Krankenhaus zu fahren, halte ich noch für verfrüht. Erst mal
sehen was die nächsten Tage bringen.
Und ich werde auch nicht fahren können. Nicht vor Mitte der Woche.
 
So bleibt mir nichts anderes übrig als im Krankenhaus anzurufen. Die dürfen
mir leider keine Auskunft geben, da nur seine großen Kinder dort angegeben
sind. In den anderen Krankenhäusern hatte er meine Adresse und Telefonnummer
hinterlassen. Hier konnte er es nicht.
Ich hoffe, dass sich das regelt.
Sechs Jahre waren wir ein Paar , seit gut vier Wochen sind wir getrennt.
Heute Nacht hatte ich immer wieder im Schlaf das Gefühl, der würde mit
mir Kontakt aufnehmen wollen.
Jedesmal bin ich weinend wach geworden.

Seit März ist er nun immer wieder im Krankenhaus und kommt nicht mehr
regelmäßig zu seiner kleiner Prinzessin.
Nach außen merkt man es ihr nicht an, wie es ihr damit geht. Sie kennt es,
dass sie ihren Papa nur am Wochenende sieht, seit ihrer Geburt. Und auch,
dass er ab und an nur alle zwei Wochen Zeit für uns hatte. Aber sie haben
jeden Tag telefoniert.
Doch seit der ersten Krankenhausgeschichte hat sie Angst, dass ich nicht
wieder komme. Ich muss ganz pünktlich am Kindergarten sein, es ist
ihr wichtig mit mir eine Uhrzeit abzumachen.
Gehe ich weg und ihre Geschwister passen auf sie auf, fragt sie mehr-
mals wann ich wieder komme.

Keine einfach Zeit für sie. 


Montag, 16. Juni 2014

Kirmes

Am Wochenende war wiedereinmal die traditionelle Kirmes .
Der örtliche Junggesellenverein ist Ausrichter und endlich,
nach Jahren, konnte der Festzug mal mit Sonne stattfinden.
In den Jahren zuvor musste er immer mal wieder abgebrochen
werden, weil es einfach nur regnete.

Am Freitag war das große Feuerwerk, dass für uns dieses Jahr
ausfiel, denn nach der Hochzeit war die Kleine zu müde.
Außerdem habe ich lieber Fußball geschaut . Die Niederlande
spielte und siegte .

Samstagnachmittag bin ich mit der Kleinen los, sie hatte
Kirmesgeld vom Papa bekommen und das musste unter die
Leute gebracht werden.
Kinderkarussell ... ja gut, wenn eine Freundin mitfährt.
Entenangeln war angesagt.
Und Jaguarbahn fahren mit Mama.
Es konnte nicht schnell genug sein.

Am Sonntag gehört ein Kirchgang mit zum Programm,
Mama musste singen und die Kleine wieder mit .
Danach marschiert der Junggesellenverein mit Kapelle
auf und die Fahne wird geschwenkt.
Anschließend sind wir mit der Oma, von der gab es dann
auch noch Kirmesgeld , wieder zur Kirmes .
Oma hat uns dann noch zu Pommes und Currywurst ein-
geladen. Die Kleine hatte richtig Spass.

Am Nachmittag dann besagter Festzug. Auch unser
Schützenverein mit dem Prinzenpaar ( mein Sohn - lächle)
war dabei.




Meine große Tochter  war wieder mit der Fahne unterwegs.


Wir standen am Straßenrand und warteten geduldig . Es war schön alte Bekannte
wieder zu treffen und zu hören wie es ihnen geht und was bei ihnen so los ist.

Heute klingt das Fest mit einem Frühschoppen aus. Er beginnt um 11.00 Uhr und
endet nach dem Deutschlandspiel am Abend.

Ich liebe Brauchtum. Und anscheinend habe ich einigen meiner Kinder diese Liebe
vererbt.




Samstag, 14. Juni 2014

Herr und Frau K. haben geheiratet

Der beste Freund meines zweiten Sohnes hat geheiratet.
Und ich war eingeladen.
Standesamt war angesagt.
Kleidung ... wie man mag.
Geschenke ... bitte keine, jeder bringt was zu essen mit.
Ungewöhnlich kannte ich noch nicht in dieser Art.
Ich habe meine Kamera mitgebracht und fotografiert
Und dabei Familie und Freunde von Herr und Frau K.
kennengelernt.
Und Freunde meines Sohnes.
Man bekommt nicht oft einen Einblick in das Leben
einer großen Familie , die im Leben seines Kindes
eine mehr oder weniger große Rolle spielt.

Es war spannend.
Es war schön.

 Das sind Herr und Frau K. auf dem einzigen Foto auf dem beide von hinten zu
sehen sind. Da waren sie schon verheiratet .

Am lustigsten fand ich die Erkenntnis wer die Mutter von Herrn K. ist.
Die kenn ich nämlich schon länger als Herr K. meinen Sohn sich kennen.



Lecker Kuchen gab es .
Scherben bringen Glück

Schön das junge Menschen noch davon träumen gemeinsam alt zu werden.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Ein stiller Moment



Ein stiller Moment
die Straße schläft noch
Ich sitze auf dem Balkon
die erste Tasse Kaffee dampft
Ich genieße die Ruhe
Vögel sitzen im Kirschbaum und frühstücken
Keine Menschen zu sehen oder zu hören
Stille
Vogelgezwitscher
Ansonsten Ruhe
Die Gedanken schweifen von hier nach da
Ruhe in mir
Sie tut meiner Seele gut
Ich spüre meinen Körper
Leicht und frei
Nichts stört - alles eins und im Einklang
Mit dem Moment

Ein stiller Moment
ich halte ihn fest

Dienstag, 10. Juni 2014

Naturerfahrung und -gewalten

Nein, ich werde jetzt nicht über das gestrige Unwetter, dass uns gestern
schreiben und die üblichen Blitzbilder veröffentlichen.

Und doch muss ich etwas schreiben, denn es war so toll. Da wünsche ich mir,
den Wind, die Elemente zu spüren - erst vor ein paar Tagen - und dann war es mir
gestern aus sicherer Position möglich. Wir gehören zu den glücklichen die keinen
Schaden genommen haben und darum hier doch ein kleiner Bericht, aber ohne
Bilder.

Stürme, Gewitter, Regen ... seit meiner Kindheit liebe ich es sie auf meiner
Haut , an meinem Körper  zu spüren. Wohl gemerkt, aus einer sicheren Position.
Fasziniert ist die ganze Familie. Der Älteste studiert Meterologie und Geophysik,
das dritte Kind liebäugelt auch mit dem Studium. Sie ist jetzt in der 11.
Also wenn so ein Wetter aufzieht, dann sind wir draußen. Vor dem Haus oder
auf dem Balkon.
Gestern also erst mal den Balkon sturmsicher gemacht und dann alle Fenster auf,
bis das der Regen kam.
Die Nachbarn kennen das schon, sie drinnen, wir draußen. Ich dann noch mit der
Kamera. Fotos von Wolken usw machen.
Gestern ging gar nichts. Zu schnell, zu dunkel. Und so blieb die Kamera drinnen.
In Sicherheit. Ich hatte mich auf den Balkon gestellt, 1.Etage.
Ich sah , wie der Himmel sich gelb-grün und dann schwarz verfärbte. Der Wind
peitsche die Bäume, teilweise bis zu Erde. Selbst auf dem überdachten Balkon
zerrte er an meinen Haaren und dem T-shirt.  Äste flogen umher, Spielzeug.
Hier ein Krachen und dann dort. Riesige Bäume fielen einfach um.  Zum Glück
nahm niemand schaden. Die Elemente tobte. Der Regen setzte ein und ich war
in Sekundenschnelle durchnässt. Ich lies es zu. Mich durchpusten. Denken war
nicht möglich. Die Großen mittlerweile am sicheren Fenster . Dann schossen
Wassermassen gegen die Fenster , auf dem Balkon zu bleiben wäre Irrsinn
gewesen.
Ein Baum war auf die Fahrbahn gegenüber gekippt, die Feuerwehr wurde alarmiert.
Dann musste der Freund unserer Tochter zum Einsatz in den Nachbarort
und der Spass war ein für alle mal zu ende.
Kerzen wurden angezündet.
Am Fenster beobachtete wir gemeinsam das Naturschauspiel . Sahen wie die
Eberesche zu Boden ging. Keine Schäden, keine Verletzungen. Gut so.
Der Sturm flaute ab und die ersten Nachbarn ( Männer) fanden sich auf der
Straße um die Rinnen freizumachen, damit das Wasser abfließen konnte.
Auch die Feuerwehr kam , verzichtete aber auf die Hilfe der Freiwilligen,
weil die Gefahr zu groß war, dass ein Idiot in die Baum-Unfallstelle fuhr.

Ich war aufgewühlt. Als ich auf dem Balkon im Sturm stand war ich dem
Schicksal gegenüber so dankbar, dass ich nicht in Zelten oder auf der
Straße lebe. Das "mein" Haus hielt und dass ich nicht allein war in dieser
stürmischen Zeit.
Die Großeltern wurden angerufen und teilten Beruhigendes mit. Alles
gut gegangen.
Der Feuerwehrmann signalisiert ... wird spät , aber bei mir alles ok.

Und dann, ist der Spuk vorbei.
Was bleibt, ist die Erinnerung an einen großen Sturm, den ich so
noch nicht erlebt habe.
Ich denke an die Bauern mit ihren Feldern durch die ich vor ein paar Tagen
noch gefahren bin.
Ob da großer Schaden entstanden ist. Existenzen gefährdet sind.
Eine Freundin, die vor kurzem in ihr neues Haus einzog, erzählte heute, dass
ihr Keller voll Wasser und das Dach 1/4 abgedeckt wurde.
Und sie allein mit Hund zu Haus, denn der Mann ist ... bei der Feuerwehr und
war die Nacht über unterwegs.

Und so bin ich dankbar für die Menschen die bei mir waren, für das schützende
Dach über meinem Kopf und für die Erfahrung, dass draußen vor meiner Türe
sehr viel Natur ist. Ich sehe sie nur nicht.

Das Feld während meiner Radtour am vergangenen Samstag.







Samstag, 7. Juni 2014

Ein Wochenende für mich

Da wünsch ich mir mehr Zeit für mich und was passiert ?
Die große Schwester aus Bad Oyenhausen (22) hat die Idee zu einem
Schwesterwochenende und hat die Kleine (4) einfach mal gestern abgeholt.
Sie sind jetzt in Borken, wohnen in der Wohnung ihres gemeinsamen Vaters.
Der liegt zur Zeit sehr krank im Krankenhaus. Ich hoffe für alle das alles
gut wird. Auch wenn wir kein Paar mehr sind, ich sorge mich schon ein
wenig.
Heute morgen also aufwachen im Bett, die Sonne scheint und ein ganzer
Tag liegt vor mir.

Und ich weiß nichts damit anzufangen.

Also erstmal einen Kaffee machen. Dann mit dem Hund. Dann Bücherrei
und ein bißchen einkaufen. Hungernd übers Wochenende will ich auch nicht.

Ich komme zurück und es ist schon Mittag durch. Mein Sohn aus Köln schaut
für ein paar Stunden vorbei, der andere Sohn mit Freundin findet sich auch ein.
Jetzt ist es Nachmittag und der Rest des Tages gehört mir.

Ich bin erstaunt. Da träumste was du alles tun willst , wenn du mal Zeit hast
und dann ... Leerlauf.
Eingespannt in den Alltag tut das Träumen gut.
Und dann wir ein Traum Wirklichkeit und ...
Ich lass die Seele baumeln.

In den letzten Wochen, wenn ich nicht gerade in der Depri-Phase hing oder
mir Gedanken über meine ... machte ( wie gerade auch im Hinterkopf, aber
wenigstens kontrolliere ich nicht mehr) , ist mir aufgefallen, dass ich nur
noch in meinem vier Wänden hänge. Zum Einkaufen und für sonstige
Besorgungen ok, da komm ich raus. Aber einfach raus ? Ich meine nicht
auf den Balkon. Sondern richtig raus. So wie bei meiner letzten Radtour.
Früher da war ich irgendwie immer draußen.
Mit dem Hund. Im Garten mit und ohne Kinder. Bei Freunden im Garten.
Wandern.
Früher ist noch nicht so lange her. 9 Jahre.
Doch hier in der "Stadt" , wo ich quasi zehn Minuten laufen muss um ein
wenig Natur zu sehen und etwas viel länger um richtig in der Natur zu sein,
findet mein Leben drinnen statt.
An manchen Tage erleben ich Wetter nur auf dem zehnminütigen Weg zum
Kindergarten. Dann bin ich wieder zu Hause und am Nachmittag total über-
rascht wie warm oder kalt es geworden ist, weil es mir in meinen vier
Wänden nicht auffiel.
Und merke wie dieses Verhalten mich lähmt. Ich werde bequemer und
bequemer.

Wenn ich dann zum Beispiel den Blog der schwarzen Elster lese, dann
denke ich. Es ist so einfach, geh einfach vor deine Türe. Dann bist
du draußen, kommst in Kontakt. Nicht mit anderen Menschen. Sondern
mit den Elemente, mit deiner Seele.
Ich bin Minerva sehr dankbar über das Teilen ihrer Naturerfahrungen.
Das erinnert mich immer daran, dass es da draußen noch was anderes
gibt.

Aber ich lese es nur, ich erlebe es nicht. Dann wächst die Sehnsucht.