Donnerstag, 31. Juli 2014

Gelandet ...in meiner Spur

Immer wieder gu,t wenn man auf den Boden der Tatsachen geworfen wird und man
weiß, das man auf seiner Linie bleiben möchte und diese auch hält.

Ich habe tatsächlich an einen Neubeginn in dieser Partnerschaft geglaubt und nur allzu
gerne den Versprechungen aus dem Monat Juni.


Was wurde mir im Angesicht der Krankheit und Verzweiflung nicht alles versprochen..
Zum Beispiel , dass von dem Erlös eines Firmenautoverkaufs ein PKW angeschafft wird.
Der dazu dient, es mir einfacherzu machen zwischen Krankenhaus-Wohnstätte-Heimat zu pendeln.
Damit ich sowohl der Partnerschaft, als auch der Mutterschaft gerecht werden kann.
Zack Bum ... heute bin ich gelandet.

Das Auto gibt es , nur fährt es woanders und steht woanders.
Demjenigen wurde übrigens auch ein Auto versprochen.

Ich weiß, das mein Kind und ich , nicht wie immer wieder vollmundig versprochen,
nicht an erster Stelle stehen.
Wir stehen irgendwo ...
Bei mir stehen wir an erster Stelle . Bei mir.

Ich bin gelandet.

Im Gegensatz zur früher habe ich nicht geschwiegen. Ich habe geweint, gebettelt,
getobt. Bei dem der mich verletzt. Nicht bei Dritten.

Ich bin in meiner Spur.

Ich bin stolz auf mich.
Eine Enttäuschung ist lediglich das Ende einer Täuschung.


Das schönste was mir heute passiert ist, sind Anrufe und Nachrichten aus der Heimat.
Immer wieder mit der selben Frage.
Wann kommst du nach Hause ?
Wir warten auf Dich . Wir vermissen Dich.
Dabei bin ich gerade mal eine Woche weg.

Dabei habe ich keinem von meinem Wut und Traurigkeit erzählt. Sie haben es
über die vielen Kilometer hinweg gespürt.




 

Samstag, 19. Juli 2014

Heute morgen hatte meine Freundin eine richtig gute Idee.

Wir sind ganz früh , um 9.00 Uhr, mit den Mädchen zum Brückenkopfpark gefahren.
Dort gibt es einen wunderbaren Spielplatz mit Wasserpumpe und einem kleinem
See, auf dem man mit dem Floss fahren kann.
Wir waren quasi die ersten Besucher dort und die Mädchen hatten richtig Spass.
Als es mittags voller und heißer wurde, waren wir quasi wieder weg.

Zu Hause im Schatten in Deckung gegangen.

Donnerstag, 17. Juli 2014



Ein kleiner Blick auf meinen Balkongarten.
Den habe ich in den letzten vier Wochen sträflich vernachlässigt.
Und mich hatte ich auch hinten angestellt.
Gestern dann ein Tag nur für mich. Keine Telefonate um etwas zu
organisieren, zu klären und zu erfragen.
Das ganze Thema Krankheit und wieder gesund werden außen vor
gelassen.
Nur ich.
Dienstagnacht wurde mir klar, wenn ich so weiter laufe, komme ich aus
meiner Spur.
Also Handbremse gezogen, stehen geblieben und mal nach rechts und links
geguckt.

Es ist ganz leicht vom Weg abzukommen und schwieriger die Spur zu halten.
Sich darauf zu besinnen, was tut mir gut und wo hat das noch Platz.
Natürlich ist mir klar, dass die schwere Erkrankung meines Partners viel Raum
in meinem/unserem Leben haben wird in den nächsten Monaten.
Aber ganz egoistisch habe ich am Dienstag festgestellt, ich bin die , die gesund
ist. Ich muss mich nicht vor Sorge krank machen.
Die Therapie, von den Ärzten organisiert - läuft. Darauf habe ich überhaupt keinen
Einfluss. Und ich muss lernen, dass er für sich selber verantwortlich ist.

Er lebt allein in seiner Wohnung, was ich persönlich sehr schlimm finde.
Zwischen uns 200 km.
Aber zur Zeit ist es sehr schwer die Distanz zu ändern.
Er möchte in unsere Nähe ziehen und das möchte ich auch.
Allerdings würde ein Zusammenziehen aus Platzgründen sich sehr
schwierig gestalten und weder ihm noch mir in der jetztigen Situation helfen.
Eine kleine Wohnung zu finden, die dann auch noch vom Amt bezahlt wird,
gestaltet sich auch als schwierig.
Und so muss ich lernen , das unsere Fernbeziehung, die mittlerweile seit sechs
Jahren besteht, wieder einmal auf die Probe gestellt wird.
Das hat mich vier Wochen lang unter anderem dermaßen aufgerieben, dass ich
nachts nicht schlafen konnte.
Doch jetzt bin ich gerade an einem Punkt, an dem ich es akzeptieren lerne.
Ich kann nicht immer machen, es gibt Situationen, da muss es einfach aushalten,
dass nichts geht.

Und so habe ich mich gestern auf mich konzentriert, noch mal lange in einem Buch
gelesen. Picknick mit der Kleinen und ihrer Kindergartengruppe.
Abends früh ins Bett.

Bin bei meiner Therapeutin gewesen und habe die Bestätigung bekommen, dass
so ich wie das sehe, plane, denke ... für mich das Gesündeste ist.

Freitag, 4. Juli 2014

Eine Überschrift ist mir nicht eingefallen.
Langsam bekommt alles etwas alltägliches. Die Sorgen, die Telefonate, wöchentliche
Besuche im Krankenhaus.
Meinen Alltag da drumherum zu organisieren gehört zu meinem leichtesten Übungen,
weil ich es ja durch unsere Wochenendbeziehung seit sechs Jahren kenne.

Was anderes ist es mit meiner Kraft und auch mit meinen Gefühlen. Habe einige Termine
wahrgenommen und Klarheit gewonnen.
Wenn mir eines klar geworden ist, dann , dass ich zuviel mit anderen  über das gesprochen
habe, was für mich nicht so gut lief. Darüber haben wir aber bereits gesprochen, darum kann
ich es hier posten.
Zur Krankheit selber werde ich mich hier nicht weiter äußern, wer persönliches wissen möchte,
weiß wie er mich erreicht.
Natürlich gibt es noch mehr, was meine Klarheit angeht, aber es betrifft mich nicht allein.
Und vieles konnten wir aus gegebenen Anlass noch nicht besprechen, also ...

 In dieser Woche hatte ich einen Tag, da war ich richtig erschöpft. Körperlich und seelisch.
Und ich habe mir am nächsten Tag "frei" genommen. Das tat gut. Eine Bekannte aus alten
Zeiten getroffen und nicht über die aktuelle Situation gesprochen.
Mit dem Rad gefahren. Mittagsruhe verlängert.
Und auch heute schiebe ich ein ruhige Kugel.
Die Großen unterwegs, die Kleine und ich mal ganz langsam.

Ein, zwei Menschen in meinem näheren Umfeld habe die Aufgabe mir ein Stopp zu zuwerfen,
wenn ich mich verrenne, übernehme , nicht auf mich achte.
Ich glaube , da habe ich gut für mich gesorgt.

Was mir im Moment wirklich gut hilft, ist das ich immer wieder Lachen kann . Ich hatte
einer Mutter einen kurzen Umriss der Situation gegeben und der war es fast unmöglich
mir am nächsten Tag "normal" zu begegnen.
Ich habe ihr dann zu gerufen : " Hey, S. ich werde nicht aufhören zu Lachen wenn es die
Situation hergibt und du darfst auch Lachen, wenn du mich siehst ".
Sie schaute schon traurig , aber ich denke das gibt sich.

Heute gab es Zeugnisse und ich bin sehr stolz auf meinen beiden Großen.
Der Große wird es auch brauchen, die guten Noten, denn sein Ausbildungsbetrieb ist
tatsächlich insolvent und sechs Monate vor der Prüfung ist der Junge nun arbeitslos.
Er schreib fleißig Bewerbungen. Hoffentlich klappt es.

Die Oma hat mir heute ein Geschenk gemacht und zwei Stunden auf den Wirbelwind
geachtet, damit ich in Ruhe zu Lymphdrainage konnte und mir auch zweimal in den
letzten 14 Tage die Fahrkarte nach Bochum bezahlt.

Und so kann ich sagen, dass die letzte Woche eine gute Woche war.

Euch allen ein schönes Wochenende