Sonntag, 27. September 2015

Ein Blick zurück ...oder auch zwei

Irgendwie ist mir heute nach Rückblick, also dachte ich mir ich schaue mal
auf die vergangene Woche zurück und was so los war bei mir

Ein Thema was uns alle beschäftigt, auf die ein oder andere Weise und über das
ich nicht schreiben oder reden möchte, hat meine Wahrnehmung gestört.
Egal wohin ich lese oder schaue, wird von Flüchtlingen heute, früher oder noch
viel früher gesprochen. Ich sehe Bilder von verzweifelten Eltern, traurigen Kinder,
wütenden Menschen in allen Hautfarben.
Es verändert mich und zwar so.
Ich gehe durch die Straßen , beim Einkaufen z.B., sehe in die Gesichter der Menschen
und denke .... bist du einer von Ihnen oder schon länger hier. Vielleicht sogar hier geboren.
Ist es nicht seltsam ?
Bisher war es mir vollkommen egal woher mein Gegenüber kam, solange er sich mir
gegenüber "benahm". Jetzt frage ich mich blitzschnell ... Flüchtling ????
Es hat sich eingeschlichen, die Neugierde ... wie sieht so ein Flüchtling aus.
Ich finde das total bescheuert und schelte mich selber, doch den Gedanken kann ich
nicht verhindern. Die Frau mit der kaputten Hose und dem weinenden Kind...
der junge Mann der einfach nur so auf der Bank sitzt ... Unfassbar. Was passiert
mit mir ?


Klassentreffen ... nach 33 Jahren.
Ich war eine der Mitorganisatoren und den Satz den ich am meisten hörte war,
warum hast du das nicht schon eher organisiert.
Wieso ich ?
Wie waren 26 Schüler, damals in der 9. Klasse ?
Es ist schon komisch, du kommst zum Treffpunkt, siehst die Leute da sitzen
und erkennst sie alle.
Irgendwie hat sich keine(r) verändert ... natürlich haben wir das. Aber keiner
so, dass man sich nicht wieder erkennt.
Interessant finde ich, dass das Bild das ich von mir in der damaligen Zeit hatte,passt
so gar nicht mit dem der anderen und ihren Erzählungen über mich, überein.
Bis auf den Satz : " Du hast doch nie lernen müssen "
Stimmt. Ich habe immer allen Nachhilfe gegeben.
(Und wundere mich heute, warum es mir ein Bedürfnis ist, Kindern das Lesen, Schreiben
und Rechnen beizubringen).
Ich habe auch die anderen überhaupt nicht wirklich wahrgenommen oder es vergessen.
Streiche , vor allem die der Jungs, sind irgendwie an mir vorbeigegangen.
Ich persönlich habe alle immer nur um ihre Freiheit beneidet.
Ich war 14 und keiner war so jung wie ich. Unsere Älteste war 17.
Aber wie sagte einer der Jungs von damals . " Deine Eltern waren so scheiße
streng, man hatte Angst dich irgendwohin abzuholen "
Und das deckt sich wieder mit meiner Wahrnehmung. Bei Freizeitaktivitäten
durfte ich nie mit und darum war ich montags immer außen vor.


Mal wieder der Zahnarzt ...
Ich hatte mal wieder so Panik das irgendwas ist, dass ich am Dienstag
zum Zahnarzt geschlichen bin.
Der weiß um mein Trauma und meine Angst . Ganz ruhig untersuchte er ,
beruhigte, lächelte .
Ich kam mir so doof vor, das mal wieder für nix auf der Matte stand.
Doch der Mann lächelte und sagte: " Dafür bin ich da "

Ehrenamt
Im Chor ist der Wurm drin. Die Umstellung auf den neuen Chorleiter,
neue Lieder, neue Probegestaltung verursacht Unruhe. Und Rücktritte.
Jetzt stehen im November Neuwahlen an, ein neuer Vorstand muss her.
Und wenn es keiner machen will, dann löst sich ein 80 Sänger starker
Chor einfach auf.

Im Kindergarten bin ich im Elternrat und bin mal wieder nicht überrascht,
dass es nicht ganz stimmt, was den Eltern am 1. Elternabend so erzählt wird.
Zum Beispiel: Der Eltern trifft sie 2-3 mal im Jahr.
Da bekomme ich direkt einen Lachflash. Nach dieser Rechnung, sind
wir sechs Wochen nach Beginn des neuen Kindergartenjahres durch
mit den Treffen. Aber was machen die 4 Termine bis Dezember in
meinem Kalender ?? Das mit dem Rechnen und den "Wahl"versprechen
üben wir noch mal.

Träume 

Manchmal spinnert man ja so rum .
Diese Woche zum Beispiel dachte ich mir, warum warten bis dass
das kleine Kinder groß und selbstständig ist. Warum nicht jetzt
das Lebensruder herumreißen und mal was ganz anderes planen.
Und ich träumte...
Ich ziehe nach Norddeutschland. Ans Wasser. Dann brauche ich
nicht mehr warten bis ich mal Geld oder Urlaub habe, sondern
kann ans Meer wann ich will.
Schulen gibt es dort auch. Grins...  Grüße an meine Leser(innen)
im Norden.
Der Wunsch der Kleinen ist es in der Nähe eines Bauernhofes
zu leben und ihre Pferdeleidenschaft zu leben.

Mein Wunsch ...das Meer.

Nächstes Jahr wird sie eingeschult, dass heißt, beim Wechsel
auf die weiterführende Schule wäre ein guter Zeitpunkt. Dann
sind die Großen über alle Berge. Ich nur noch für uns zwei
verantwortlich.

Oder doch in den Odenwald ?

Grins.

 























Freitag, 18. September 2015

Bin ich eine gute Mutter

Diese Frage in einer ähnlichen Form stellte die WildeWölfin.

Ich habe dort unter den Kommentaren sehr ehrlich geantwortet und
doch ist es mir einen Post wert.

Was wünsche(te) ich mir für meine Kinder die heute 5,18,23 und 25 Jahre alt sind ?

Als ihr Vater sich vor 10 Jahren von mir/uns trennte, weil eine andere Frau ihm
wichtiger war, da hatte ich nicht nur das Gefühl als Frau zu versagen, sondern
auch als Mutter.
Wir waren eine normale, glückliche Familie, eingebunden in eine Großfamilie.
Natürlich gab es Alltagsprobleme, aber mir war nie klar, wie sehr er wohl
eine Veränderung wünschte.
Ich hatte versagt, dachte ich damals, weil ich es nicht schaffte für meine Kinder
eine Familie zu erhalten. Denn hierzu gehörte für mich immer auch ein Vater.
Die Kinder und ich gaben Freunde, Haus, Haustiere und Familie auf, weil wir
aus finanziellen Gründen umziehen mussten.
Vom gutsituierten Leben mit Haus, Autos, Pool und Geld in eine Sozialwohnung.
Die armen Kinder und ich hatte es versaut.
So dachte ich damals .... anfangs.

Ich war/bin erwerbslos nicht arbeitslos. Das muss ich Müttern nicht erklären.
Doch durch meine Erwerbslosigkeit bekamen die Kinder und ich etwas geschenkt,
was es so in unserem alten Leben nie gegeben hätte.
Zeit.
Nähe.
Allein durch das beengte Wohnen kam viel Nähe auf, ich bekam vielmehr mit
was die Kinder in ihren Zimmern machten, durch die Zeit mit wem sie was
unternahmen. Zeit füreinander. Jeder hatte seine Zeit mit mir.
Ich sehe das heute als ein Geschenk. Ich war näher dran an meinen Kindern.
Ihren Freunden. Ihren Unternehmungen. Ohne das sie sich beobachtet fühlten
oder abgefragt.
Wir hatten von heute auf morgen kein Auto mehr und die Kinder, auch die damals
8 -jährige, lernten sich nicht auf Mama-Taxi zu verlassen.

Mein Großer lebt seit drei Jahren in Köln, finanziert sein Studium durch Arbeit
und hat mir mal ganz am Anfang seiner Studienzeit gesagt:
"Ohne die Erfahrung wenig zu haben, könnte ich jetzt nicht mit dem wenigen
so viel machen ".
Das sehe ich als Kompliment.
Klar würde ich ihm gern seinen Kühlschrank füllen und Geld für eine neue
Winterjacke geben, aber es geht nicht. Meine Türe und mein Ohr sind immer
für ihn offen, dass weiß er zu schätzen.


Meine 18-jährige wurde über lange Zeit auf der weiterführenden Schule gemobbt,
wollte jedoch nicht das ich mich einmische.
" Du löst deine Probleme auch alleine" war ihre Ansage, damals.
Sie weiß und wusste, egal was passiert, ich stehe zu ihr.
Sie hat ihr Problem gelöst und bis heute genießt sie einen gewissen
Respekt von ihren Mitschülern, ohne das sie Gewalt oder Druck
ausüben muss. Sie ist sehr engagiert für andere Kids die Probleme
haben . Das liest sich so einfach, aber ich versichere Euch, das waren zwei
harte Jahre, bis dass alles geklärt war. Schlaflose Nächte. Verweinte Tochter.

Der mittlere der Drei erzählt immer wieder, wie gut es für ihn war aus
der Komfortzone Großfamilie rausgekommen zu sein.
Erst nach dem Umzug hat er gelernt für sich zu sorgen und zu denken.
Vorher machten das Bruder, Großmutter und Eltern.
Hier hat er sich Freundschaften aufgebaut, ist aus dem Schatten seines
Bruders getreten, auch weil ich die Leine länger ließ, als sie vorher
war.

Meine fünfjährige Tochter fordert mich noch einmal ganz besonders.
Ich bin ziemlich erziehungsmüde nach 25 Jahren und habe die ersten
Jahre eher laufen lassen. Vor einem guten halben Jahr habe ich mich
besonnen , wieder die Mutter zu sein, die die Großen kennen.
Liebevoll, konsequent, mit Ecken und Kanten ...
Und ich spüre es tut ihr gut.

Bin ich eine gute Mutter ?

Hier ein Zitat von meiner großen Tochter

" Mama, weiß du was ich mir wünsche?
Das ich meinen Kindern so eine Mutter sein werde, wie du es
für uns bist. 
Das meine Kinder so stolz auf ihre Mutter sind, wie ich es bin."







Sonntag, 13. September 2015

Sonntagspost

Der Herbst ist nicht mehr zu verleugnen, auch wenn es gestern bei uns noch
 mal ein bißchen drückend war.
Den Balkon habe ich auf- bzw umgeräumt. Es wurde dauerhaft Platz für einen
Wäscheständer geschaffen, im Herbst dauert das ja immer etwas mit dem Trocknen.
Ich bin sehr dankbar das wir in der Mitte wohnen, so haben wir ein Dach über dem Balkon.
Verblühte Blumen und vertrockenete Pflanzen wurden endlich aus den Töpfen
genommen, die Töpfe gereinigt und in den nächsten Tagen  kommen einige
Frühlingsblüher dort hinein.
Der Ficus ist vom kleinen Balkon umgezogen auf den großen überdachten,
so dass er noch etwas draußen bleiben kann.
Die nächste große Aktion steht dann wohl im November/Dezember an,
wenn alles winterfest gemacht wird.
Doch jetzt wird erst mal der Herbst genossen.


Vergangene Woche hatte ich einen Termin bei meiner Lieblingsbehörde, dort wurde mein
Eingliederungsvertrag erneuert. Mein nächster Termin ist eine Woche nach der
Einschulung im nächsten Jahr, bis dahin soll/muss ich mich gesundheitlich soweit
erholt haben, dass ich mich den Plänen meiner Sacharbeiterin fügen kann.
Wir werden sehen.
Ich lasse mich  nicht mehr unter Druck setzen. Depressionen lassen sich nicht planen.
Von einer selbstständigen Tätigkeit hat sowohl diese Sachbearbeiterin, als auch die
Beraterin der KAB abgeraten. Bedingt durch Betreuungszeit der Motte und den Arbeits-
zeiten mit meinen Kunden würde ich wirtschaftlich nur reinbuttern .
Nun bin ich mal wieder verunsichert, was ich tun soll.
Obwohl mir die finanzielle Seite mehr als bewußt ist und ich dies bereits 2009 erwähnte,
als meine damaliger Sachbearbeiter mich in ein Existenzgründungsseminar schickte.

Kochen scheint immer mehr zu meiner neuen Leidenschaft zu werden,
bis vor zwei Monaten war es Erfüllung einer lästigen, täglichen Pflicht.

(links: glutenfreier Flammkuchen - 1.Versuch, Rest selbsterklärend)

Zur Zeit lese ich eine wunderschöne Triologie und das ich, die nicht auf Vampire steht.

Bin sehr dankbar über eine gut bestückte Stadtbücherei

Und ansonsten lese ich fleißig bei den Blogs mit und lasse die kommende Woche auf
mich zu kommen.

Sonntag, 6. September 2015

Neues von mir

Nachdem ich vor ca. 4 Wochen den letzten Blogeintrag geschrieben habe, hatte ich eine
zeitlang keine Lust zu schreiben.
Es gibt so viel was ich tun wollte und meine frei Zeit muss ich mir gut einteilen.
Außerdem fällt es mir im Moment sehr schwer bei der Erziehung meiner kleinen
Tochter (5) auf Kurs zu bleiben, was mich ungemein viel Kraft kostet.

Vor ein paar Tagen dann fragte ich mich was könnte ich hier schreiben ?

Soviel ist in den vier Wochen "passiert" . Zwar nur Alltag, aber da jetzt alles in
eine Rückblick zu packen . Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.

Eine Frage beschäftigte mich dann intensiver.

Wo war die Göttin ? Sie schob sich doch im August so intensiv in mein Leben.
Auf einmal ist Ruhe ? Das konnte ich mir nicht vorstellen.
Ich grübelte, was mir nichts brachte.
Beim Lesen kam mir die Erkenntnis.

Sie ist da . In meiner Küche.
Lach.
Es ist so einfach.
Genau das hat sich in den letzten vier Wochen verändert.
Ich lege Wert auf eine aufgeräumte Küche, in der ich, sobald ich Lust
habe, werkeln kann.
Es begann damit dass ich einen Speiseplan entwarf, der mir und meinen
Bedürfnissen entsprach. Nicht denen meiner Kinder. Natürlich berücksichtige
ich auch ihre Vorlieben, aber zuerst komme ich.
Der nächste Schritt, mein Entschluss, alles was ich selber machen kann ,
selbst auszuprobieren. Marmelade kochen ( habe ich früher immer getan),
Eistee ( der bei uns in rauen Mengen getrunken wird) . Der erste Versuch
mit Eistee ging voll daneben, aber im Gegenteil zu früher entmutigte es
mich nicht.
Kein Tütenessen.
Kochen war in den vier Wochen keine Stressfaktor mehr, sondern eine geplante
und überlegte Aktion, bei der ich mich entspannte und gut fühlte. Fruchtjoghurt
gibt es nur noch in Form von Naturjoghurt aus dem Glas plus selbstgemachte
Marmelade oder Obst.
Eine Freundin lud mich bei FB in die Gruppe " Einkochen wie in Omas Zeiten "
ein.
Das führte zu einem interessanten Gespräch , ein Beratungsgespräch, mit meiner
Mutter ( 79) über die Anschaffung von Einkochautomaten und Entsafter. Sogar
im Internet war ich mit ihr unterwegs, weil sie mir unbedingt die "richtigen" Einkoch-
gläser zeigen wollte.
Ich bin gespannt wie ich mich in diesem Bereich weiterentwickle. 

Sie ist da und nimmt Raum ein.