Sonntag, 30. Oktober 2016

Vom Glück wieder Arbeit zu haben oder zwei Herzen in einer Brust

Wie im letzten Post bereits erzählt bin ich ab nächsten Ersten wieder berufstätig.

Die Menschen um mich herum freuen sich oft mehr , als ich selber.
Also, als ein Teil von mir.
Der Teil der sich nicht freut ist der Mutter-Teil.
Ich frage mich nämlich werden wir es schaffen ?

Bisher war ich für meine Kinder in der Grundschulzeit immer am Nachmittag
zu Hause. War die Schule aus, konnten sie nach Hause kommen.
Auch für die Skorpionin war es so geplant.
Die ersten vier Schulwochen waren sehr holprig. Sie geht immer noch nicht
gerne zur Schule, aber akzeptiert die Notwendigkeit. Die Ferien waren herrlich.
Nie sprachen wir über Schule und allem was damit zu tun hat.
Am ersten Schultag nach den Herbstferien ging sie nur unter Tränen los.
Ab kommenden Mittwoch muss nun bis halb fünf am Nachmittag in der
Schule bleiben. Ich kann sie auch nicht mehr abholen , wie bisher.
Denn ich arbeite in der Betreuung einer anderen Schule im Stadtgebiet und
werde sogar nach ihr nach Hause kommen.
Ihre Angst vor dieser Situation macht mich hilflos und traurig.
Da kann ich mir hundertmal sagen, dass schafft sie, sie ist stark. Andere
Kinder schaffen das auch.
Ich möchte das nicht für mein Kind.
Im Prinzip habe ich einen ganz anderen Plan. Wenn ich könnte wie ich wollte,
würde meine Tochter nicht in dieses Schulsystem eingepfercht. Doch das
sind Träume, die ich nur träumen kann.

Der andere Teil von mir freut sich.
Der Druck vom Gesetzgeber, mir Arbeit zu suchen um aus der Bedürftigkeit raus-
zukommen, war schon enorm.
Diese neue Aufgabe ermöglicht mir zwar nicht das Rauskommen, aber doch einen
guten Schritt in die richtige Richtung. Der absolute Vorteil ist, dass ich mir über
Ferienzeiten keine Gedanken machen muss, was, bei einem Job im Büro zum
Beispiel, ein richtiges Problem hätte werden können.
Die neue Aufgabe ist etwas was ich schon immer gerne getan habe. Mit Kinder
arbeiten. Und ich habe da keine rosa Brille auf. Ich wollte nicht wirklich ins
Büro zurück und insofern ist es aus heutiger Sicht ein Lottogewinn.
Ich kann in meiner Stadt arbeiten. Mit meinem Rad komme ich zu allen Schulen.
Bei Sturm und Regen ist mein weitester Arbeitsweg knapp 45 Minuten zu Fuß.
Mit dem Rad dreißig.
Von meiner jetzigen Wohnung aus.
Auch die Sache mit dem Geld sehe ich positiv, denn einen großen Batzen meiner
Kosten kann ich nun selber tragen. Für den Rest bekomme ich noch etwas Unter-
stützung. Ein gutes Gefühl.

Jetzt kennt ihr die zwei Herzen in meiner Brust.

Schlagwort: angemessener Wohnraum

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, der erste Arbeitstag in Sicht. Am 02.11.2016 geht
es los. Bis zum 31.07.17 bin ich nun wieder Teil der Gesellschaft . So nennt man das doch,
wenn man zu denen gehört,die wieder Steuern zahlen und der Gemeinschaft nicht auf der
Tasche liegen.
Doch halt stopp ...
Noch mal zwei Schritte zurück.
Ich bleibe im System. Als alleinerziehende Mutter verdiene ich mit einer
20-Stunden-Anstellung noch nicht genug um uns zwei durchzubringen. Und weil das so
ist, bleibt auch die Aufforderung bestehen mir "angemessenen Wohnraum " zu suchen.
Das wir jetzt keine Klagemauer. Doch möchte ich Euch an der Suche teilhaben lassen.
Ohne Schuldzuweisungen und Gejammer.

Angemessener Wohnraum ist wohl für jeden Menschen ein individuelles Bedürfnis.

Für mich bedeutet er zum Beispiel, dass wir fussläufig zur Grundschule wohnen. Nicht
weil wir nicht in der Lage sind zu laufen oder mit dem Rad zu fahren, sondern weil wir
beide bis 16.30 Uhr arbeiten ( Schule ist auch Arbeit in dem Fall) und zwar an unter-
schiedlichen Schulen.  ( Ich bin in der Betreuung an Schulen der verschiedenen Stadtteilen tätig).
Das heißt für meine fast siebenjährige Tochter, dass sie jeden Tag um halb fünf alleine nach
Hause gehen muss, denn die anderen vier Kinder werden mit dem Auto abgeholt. In ihrem
Tempo ist sie fünfzehn Minuten unterwegs. Ich brauche mit dem Rad durchschnittlich drei-
ßig Minuten.

Was mir auch noch wichtig ist, ist ein eigenes Schlafzimmer. Das habe ich früher schon mal
ausführlicher erklärt.

Balkon wäre toll, muss aber aber nicht zwingend sein.

Angemessener Wohnraum im Sinne des Gesetzgebers sieht in unserem Fall so aus.

- dem Kind ist auch ein Schulweg mit Busfahrt zumutbar.
- der alleinerziehenden Mutter steht kein eigenes Schlafzimmer zu, sie kann im Wohnzimmer oder
mit dem Kind in einem Zimmer schlafen.

Kommen wir zum alles entscheidenen Faktor . Die Miete.
In unserem Fall darf die Wohnung 401,70 Euro inklusive Nebenkosten zuzüglich Heizung kosten.
Größe bis 65 qm.

Da meine Tochter sich bereits am 01.09. umgemeldet hat, muss ich den angemessenen Wohnraum bis zum 28.02.17 finden. Danach zahlt der Gesetzgeber nur noch die angemessene Miete. Den Rest muss ich übernehmen.

Gestern erhielt ich das offizielle Schreiben. Obwohl ich wusste, dass es kommt, war ich doch wie vor
den Kopf geschlagen. Das ist heute vorbei.
Ich suche . Genau wie vorgestern, genau wie seit Anfang August.
Die Wohnungen hier in der Stadt beginnen mit 350,00 Euro Kaltmiete zuzüglich Nebenkosten.
Ich habe bereits sechs Wohnungen besichtigt, doch jedesmal hat sich der Vermieter gegen mich
entschieden. Telefonate ( wir rufen zurück) habe ich unzählige geführt. 

In unregelmäßigen Abständen werde ich hier über meine Suche berichten.





Mittwoch, 26. Oktober 2016

Guten Tag ... wir müssen das Wasser abstellen

Das war heute um 14.00 Uhr. Jetzt haben wir 20.30 Uhr und es gibt immer noch kein Wasser.

Da haben wir den Notstand.
Wir hatten gerade noch Zeit, zwei Putzeimer und die Wasserflaschen unseres Sprudlers zu
füllen. Dann kam nur noch braune Brühe.
Wasserrohrbruch.
Der zweite in einem Monat.
Der Vorteil diesmal, wir waren zu Hause und konnten uns ein wenig decken.

In jedem Bad stehen nun 10l Wasser für die Klospülung.
In der Küche 4 Liter was zum Trinken. Wie gut, das wir schon Mittag gegessen hatten,
als es klingelte.
Im Bad 1 Liter um Zähne zu putzen und Hände zu waschen.

Abendbrot ohne Tee. Wir trinken Saft und haben wahnsinnige Lust auf Wasser. Ist das
möglich . Wir trinken nie Wasser zum Abendbrot.
Das Schulkind meint , hoffentlich fällt nicht noch der Strom aus.
Galgenhumor nennt man das wohl.

Duschen fällt aus. Zähne putzen im Spargang. 1 Becher Wasser und 1/4 Liter zum
Waschen.
Geht klar, aber ist komisch.

Wasser ... macht ihr euch Gedanken solange ihr nur den Wasserhahn aufdrehen müsst ?
Ich verdränge das.
Das Buch von Marc Elsberg kommt mir in den Sinn. " Blackout "
Kein Strom - Europaweit.

Hier ist es nur ein Strassenzug. Acht Miethäuser. 48 Familien. Durchschnittlich vier Personen.
Babies und Kleinkinder. Kranke.

Morgen wird das Wasser wieder da sein. Daran wird gearbeitet, dass kann man sehen.
Und wenn nicht ?

Auf einmal ist sie ganz nahe, die Not der "Anderen". Natürlich kein Vergleich mit den
Armen dieser Welt. Denen , die immer ohne Wasser leben müssen. Verschmutzes Wasser.
Umkämpftes Wasser.
Wir wissen unser Wasser kommt wieder. Doch sind wir gestresst. Was trinken wir morgen ?
Wie waschen wir uns ? Womit kochen wir ?
Bei uns ist das bald vorbei - wie ein Spuk.

Die "Anderen" wachen morgen auf und haben immer noch kein sauberes Wasser.

Heute Abend bin ich nachdenklich.

Wasser - immer verfügbar.
Für uns. 

Samstag, 22. Oktober 2016

Kommunikation - ein mir wichtiges Bedürfnis

 
Kommunizieren wir heute mehr miteinander, weil wir mehr Möglichkeiten haben ?
War früher alles besser oder einfach nur anders ?

Es gibt Dinge/Handlungen die mag ich nicht.
Menschen sitzen an einem Tisch zum Essen . Einige schauen immer wieder oder
hauptsächlich auf ihr Handy oder Tablet.
Halt.
Ich mache das auch. Es ist so eine blöde Angewohnheit.
Meine Freundin ist frisch verliebt , wir treffen uns auf einen Kaffee und ihr Handy
bimmelt und bimmelt . Und sie liest und lacht . Dazwischen unterhält sie sich
mit mir.
Kennt ihr - oder ?
Manchmal finde ich das echt ätzend. Ich frage mich warum sitzen wir hier. Bin
ich als Gesprächspartner so überflüssig ? Manchmal mache ich es selber.

Meine Tochter und auch mein Sohn, haben oft ( vor ihrem Auszug) mit ihren
Freunden geschrieben. Wenn sie am Tisch saßen oder im Raum standen.
Ich kann mich erinnern, dass ich meinen Vater wahnsinnig gemacht habe,
wenn ich mit meiner Freundin ( sie wohnte nebenan) stundenlang das Telefon
im Flug blockiert hatte. Nur um am Schluss des Gespräches zu sagen, ich
komme jetzt rüber.

Seit meine großen Kinder ausgezogen sind ist es still geworden. Vor allem
mir fehlen die Ansprechpartner. Am Abend spüre ich das am Stärksten.  Darum
mache ich mir Gedanken über mein Bedürfnis zu kommunizieren.
Wir froh wäre ich jetzt über einen Menschen, der zwar in sein Handy tippt, aber
doch bereit ist mit mir zu sprechen.
Wenn die Kleine schläft, dann bin ich mit mir alleine. Selbst der Hund zum Unter-
halten ist ausgezogen. Ich fühle mich nicht einsam. Ich kann mir auch selbst ge-
nügen.
An manchen Tagen jedoch , gab es außer der Unterhaltung mit den Einzelhandels-
kaufleuten in meinem Supermarkt niemanden mit dem ich gesprochen habe.
Ich schaue mal wieder zu meiner Mutter, die seit 15 Jahren Witwe ist und zu der
ich mal gesagt habe, du musst dich einfach beschäftigen. Super. Tochter.
Heute denke ich da ein wenig anders.
Nach nur einem Monat fällt mir auf, wieviel wir miteinander geteilt und gesprochen
haben.
Bin ich zu anspruchsvoll ?

Mir fehlt die hörbare Ansprache.
Mir fehlt der Gedankenaustausch.

Letzte Woche auf dem Sofa kam mir der Gedanke, dass ich langfristig gesehen
nicht mit meiner Tochter alleine leben möchte. Ich möchte in einer Wohngemein-
schaft leben. Ob jetzt hier oder anderswo ist im Moment nicht wichtig. Aber
ich brauche Menschen um mich herum. Mit denen ich meinen Alltag kommuni-
zieren kann. Gefühle, Ängste, Träume ...

Was ich nicht möchte ist, Abend für Abend vor dem PC zu sitzen und zu schauen
wer online ist. Wen ich mal an quatschen möchte.

Ich möchte etwas ändern in meinem Leben.
Kommunikation nicht nur lesen. Auch hören.
Nicht nur am Leben der Fernseh- und Filmakteure teilnehmen.
Sondern am Leben echter, realer Menschen. Die mir auch mal auf den Keks
gehen.

Ich kann mich an eine Zeit in der Siedlung meiner Kindheit erinnern, da traf man
sich draußen . Groß und Klein. Wäsche aufhängen, Garten, Sandkasten.
Ich lebe in einem Miethauskomplex, bestehend aus drei Häusern mit 6 Familien.
Hier leben ca. 60 Menschen und du siehst nie jemanden. Außer er huscht zum
Auto. Alle haben Balkon - du siehst niemanden.
Wie soll da Kommunikation stattfinden ?
Auf dem Spielplatz selten Kinder. Wo sind die ?
Gut - während der Schulzeit , teilweise bis 16.30 Uhr in der Schule . Oder
mit Hausaufgaben beschäftigt.
Mein Gegenübernachbar ist gestorben und ich erfahre nur durch Zufall.
Meine Nachbarin liegt seit zwei Wochen im Krankenhaus und es ist nie
jemand von der Familie anzutreffen, um mal nachzufragen wie es ihr geht.
Manchmal komme ich mir vor wie Else Kling, weil ich horche, wer die
Treppe raufgeht.

Ich bin kein Mensch mit Kontaktschwierigkeiten. Wirklich nicht.
Und doch fehlt es mir an Kommunikation.
Zeiten für mich habe ich oft, vor allem seit mein Haushalt sich halbiert
hat. Ich muss nicht mehr mit dem Hund raus und auch diese Menschen,
die ich dort traf, fehlen mir.

Wie sagte mir eine ältere Dame heute morgen, mit der habe ich mich
über dieses Thema sprach.
" Es wird noch schlimmer. Wenn sie nicht mehr aus dem Haus können,
darauf angewiesen sind, dass jemand zu ihnen kommt. Zum Telefonieren
hat niemand mehr Zeit und zum Besuchen sowieso nicht ."





Dienstag, 18. Oktober 2016

Schlagwort: Minimalismus

Minimalismus ist in aller Munde und hält Einzug in die Haushalte.
Außer bei einigen wenigen Bloggern und Nutzern der sozialen Medien, bin
ich mir nicht so sicher, ob diese Menschen, das wirklich machen oder nur
drüber schreiben.

Absolut authentisch finde Maria und  einab. 
Hier geht es nicht nur um Minimalismus, sondern auch um Nachhaltigkeit, ein weiteres
Schlagwort. Aber wie gesagt. Diese beiden Blogs sind für mich authentisch.
Ich freue mich über weitere Vorschläge eurerseits.

Bei Facebook war ich in einer Gruppe und nach kurzer Zeit wieder weg. Fühlte sich
falsch an.

Über den Begriff mache ich mir so meine Gedanken.

Meine Mutter , Jahrgang 1936, findet diese Aktionen Minimalismus und Co. zum
Lachen. Sie kommt aus einer Zeit, da schrieb man das Wort Armut groß. Zehn
Geschwister hat(te) sie und bis auf zwei, sind alle über den Krieg gekommen.
Nach dem Krieg, mit 19 lernte sie meinen Vater kennen. Sie gründeten eine Familie
und ich kann mich an meine Kindheit erinnern. Viel Geld hatten wir nicht.
Viel gekauft haben wir auch nicht. Ich habe an anderer Stelle bereits über die
Küche und damit den Haushalt meiner Mutter geschrieben.
Kleidung zum Beispiel gab es zweimal im Jahr. Frühjahr und Herbst. Nicht
zwölf Monate im Jahr. Ich war die Ausnahme. Meine Füße ....

Heute habe wir uns so zu-gekauft, dass wir das Ablösen zelebrieren müssen. 
Wer Konsum meidet ist hipp.
Oder - jemand hat kaum Geld um etwas zu kaufen und macht aus der Not eine
Tugend.
Das fällt mir auch oft auch. Bei mir selber.
Wenn ich mir etwas nicht leisten kann, weil die zehn Euro pro Tag für zwei
Personen aufgebraucht sind, dann rechtfertige ich den Nicht-Kauf mit dem
Hinweis auf Konsumverzicht oder so.

Traurig. Aber ich schäme mich manchmal der Armut. Denn das ist es.
Kein Geld zu haben um sich das Notwendigste zu kaufen.
Kein zweites Paar Schuhe im Winter zum Wechseln, nicht aus Kult.
Seit zehn Jahren dieselbe Winterjacke nicht damit zu begründen, dass
ich Konsumverzicht betreibe, sondern schlicht nur Geld hatte für neue
Hosen. Ja - ich gehe in Second-Hand-Läden . Weil ich für manche Dinge
auch nicht bereit bin, viel Geld auszugeben. Nicht weil ich es nicht habe,
sondern weil ich es nicht möchte. In der Kleinstadt gibt es viel für Kinder,
aber Erwachsenenkleidung und dann noch Größe 50....

Bald lebe ich nicht mehr vom Staat und habe noch weniger Geld in der
Tasche. Da kommt es gut, dass die Kastanien gerade fallen und ich versuchen
werde mir das Waschmittel selber herzustellen. Es spart immerhin die Flasche
Waschmittel für 2,59 Euro mit der ich einen Monat hinkommen.
Mit zwei Personen habe ich zwei Maschinen Wäsche in der Woche.
Vielleicht komme ich auch zwei Monate damit aus.
 Ich finde die Aktionen, die echten, wirklich gut. 
Ich habe meinen Kleiderschrank von Kleidungsstücken befreit, die ich seit Jahren
nicht mehr angezogen habe. ( Danke Maria für Deine Berichte)
Im Kleiderschrank des Schulkindes liegt nur Wäsche, die sie wirklich anzieht und
nicht vielleicht irgendwann mal.
Wir bekommen viel geschenkt und verschenken.

Ich bin glücklich in meinem Leben und manchmal auch verzweifelt.

Minimalismus heißt für mich, mich mit Dingen zu umgeben, die ich minimal
brauche um mich in meinem Zuhause und meinem Leben wohl zu fühlen.
Manchmal bestimmt das mein Geldbeutel, manchmal einfach ich.

Ein einfacher Lebensstil.

Für jeden Menschen sieht er anders aus.
 

Montag, 17. Oktober 2016

Auszug, Bücher und so

Gerade im Moment geht mir die Frage durch den Kopf, warum ich mal gedacht habe, jeder Post sollte mir einem oder mehreren Fotos bestückt sein.
Was für ein Stress war bzw. ist das immer noch für mich ?
Ich laufe ja nicht durch mein Leben und denke , oh ich muss das noch für den Blog auf-
nehmen.
Meine Fotos finde ich auf meinem Handy, meinem PC, meinem Laptop und demnächst
auf meiner externen Festplatte. Denn eines meiner Hobbys ist das Fotografieren.
Aber für mich und meine Offline-Fotoalben.
Schreibe ich nun einen spontanen Post, kann ich ihn öfter nicht veröffentlichen, weil ich
das Foto nicht finde, was dazu passt.

Hier auf meinem Blog geht es mir um Text und Sprache.
Es ist aber auffällig, dass die Aufmerksamkeitsspanne - ich kenne es von mir selbst - kürzer
wird . Lange Texte lesen fällt mir schwerer, als vor meiner PC-Zeit.  Also vor mehr als
zwanzig Jahren. Je mehr ich an der Medienwelt teilnehme, je weniger kann ich mich auf
etwas dauerhaft konzentrieren. Beiträge im Fernsehen oder Texte in Zeitschriften ( die übrigens
auch selten länger als eine Seite sind).

Übungssache.


Nun ist er also raus, der große Junge. Freitag leerte er sein Zimmer, dass dann seit Samstag mein
Zimmer ist.
Nach 6 Jahren und elf Monaten habe seit zwei Tagen wieder ein eigenes Zimmer.
Gefühle über Gefühle.
Freude über den neu geschaffenen Freiraum.
Trauer um den Auszug des Sohnes.
(Jetzt sind alle drei Großen raus)
Dem kleinen Mädchen macht es Angst, dass die Mama nicht mehr mit ihr in einem Zimmer
schlafen möchte.
Das kleine Mädchen freut sich über mehr Platz für Häuser, Schlösser, Puppenküchen und Co.


In Zusammenarbeit mit der örtlichen Bücherei und der Grundschule, gab es zum Ferienanfang
einen Clubausweis.
Es soll die Kinder motivieren, Bücher auszuleihen , zu lesen. Nach fünf Büchern gibt es eine
Überraschung. Allerdings kann man nicht fünf Bücher in fünf Tagen ausleihen. Eine gewisse
Zeit sollte zwischen den Büchern vergehen.
Letzte Woche  waren wir mal wieder in der Bücherei und das Schulkind hat sich bei der Leitung gemeldet.
Ausgeliehen hat sie sich ein Buch für Erstleser.

Pimpinella

Was ich von der Aktion halte ?
Für die Erstleser viel zu früh. Gerade ein paar Buchstaben gelernt, werden sie angehalten ein Buch
zu lesen . Sie lernen gerade das Silben klatschen , vom Silben verbinden höre ich bei den Hausauf-
gaben noch nichts. Aber ein Buch lesen.
So wundert es mich nicht, dass sie das Interesse am selber lesen nach ein paar Tagen wieder verlor
und ich das Buch vorlas.
Mein Kind ist so nicht zu motivieren.
Sie kommt allerdings schon mal und sagt, wie schreibt man das. Dann nehme ich mir Zeit und
wir hören und überlegen, welche Buchstaben und Laute sie hört. Schreiben sie auf.

Ich habe mir auch etwas ausgeliehen . Etwas  ist gut. Es wieder einmal ein Stapel. Von dem
erzähle ich ein anderes mal.

Zur Zeit lese ich noch das Buch aus der Taschenbuch-Aktion.


Montag, 3. Oktober 2016

September - Rückblick

Der September ist vorbei und alles woran ich mich erinnere ist, dass die Sonne häufig schien, wir oft draußen waren und meine Tochter samt Hund ausgezogen ist.
Etwas wenig für einen Rückblick, also hingesetzt und Bilanz ziehen.


unser letzter gemeinsamer Abend


Immer wieder darüber nachzudenken bzw. zu schreiben, dass die großen Kinder ausziehen,
ist auf Dauer langweilig, vor allem für den Leser. Bei einem Blick in meinen Blog sehe ich,
geschrieben habe nicht viel, es findet wohl in meinem Kopf statt.

Mir ist aufgefallen, dass viele Elternblogger über ihr Leben mit jüngeren Kindern schreiben.
Meine großen Kinder sind zwischen 19 und 26 . Da fallen ganz andere Themen an.  Allerdings
besteht auch die "Gefahr" das sie lesen, was Mama schreibt.
Wie ist das also, dieses vorerst "letzte" Loslassen des eigenen Kindes.
Auf jeden Fall bei jedem Kind anders, das kann ich Euch heute sagen. Genau wie die Geburt,
verändert der Auszug das Leben der Mutter, also mir, drastisch.
Ich werde freier, aber auch - ich finde gerade keine Adjektiv . Ich fühle mich definitiv nicht
einsamer als zuvor, aber es fehlt etwas.
Mit dem Kind, geht ein Stück meiner Selbst.
Ein Stück meiner Selbst kommt allerdings auch zum Vorschein. Verborgen , irgendwo
in mir, kriecht es heraus und will gelebt werden. Sehr schön, kann ich Euch sagen.
So liegt Lachen und Weinen in diesem September ganz nah beieinander.

Diese Veränderung war im September sehr beherrschend und wird mit dem Auszug
des Sohnes im Oktober fortgesetzt.

Am Wochenende ganz ohne Kinder, durfte ich drei Tage nur ich sein. Spontan hatte ich
alle Termine abgesagt und nur für mich Zeit.
Ich habe viel in der Wohnung gekramt und in Ruhe einen Film angeschaut. Im Bett gefrühstückt,
gelesen und Radio gehört.
Wie lange habe ich schon kein Radio mehr gehört, weil in dieser Familie spricht immer jemand.

                                   Frühstück im Bett/ Wohnzimmer umgeräumt                              

Was meinen Blog angeht, habe ich für mich festgestellt, dass er gut so ist wie er ist.
Er muss nicht spannender sein, damit mehr Menschen ihn lesen. Er muss nicht spezifischer
werden.
Auch bin ich keine Buchbloggerin im großen Stil. Ich lese gerne und auch viel, aber immer
nach jedem Buch eine Rezession schreiben, das Buch fotografieren usw.
Nein, das ist keine Hobby, dass ist Stress. Für wen ?
Es gibt so viele Buch-Blogs, wer braucht noch einen.
Ich mache es wie immer. Habe ich Zeit und ein ( oder mehrere) Bücher gelesen , dann teile ich
das mit Euch.
Wenn ich gleichzeitig versuche auch in den sozialen Medien aktuell zu sein, fehlt mir die
Zeit und Muße für den Blog.
Dieses Buch fand seinen Weg zu mir. Irgendwo eine Empfehlung gelesen.

Ich möchte auch keine Geld mit meinem Blog verdienen.
Mein Blog ist mein Schreibprojekt. Ich habe schon immer gerne geschrieben. Aus Freude.
Wenn ich es organisiere, das Projekt, dann geht mir die Kreativität verloren.

Was mich auch blockiert hat, ist mein Anspruch ,  jeden Post mit einem Bild zu begleiten.
Da ich dafür noch weniger Zeit habe, wie zum Schreiben, blieben ganz viele Posts in der Schublade.

 Ein tierischer Nachbar


Was sonst noch los war:
  • - die Kleine geht immer noch nicht gerne in die Schule. Aber immerhin mittlerweile morgens
  • alleine aus der Türe. Seit drei Tagen. 
  • - das Job-Angebot hängt weiter in der Schwebe
  • - letzten Sonntag habe ich mit dem Chor gesungen und gemerkt wie sehr mehr das Singen 
  • mit diesen Menschen fehlt
  • -komme überhaupt nicht mehr zum Stricken
  • - mit der Kleinen war ich in einem Marionettentheater. Es wurde Wickie gespielt. Toll
  • -ich bin den ganzen September nicht in die Bücherei gekommen
  • -eine Wohnung habe ich auch noch nicht gefunden, der Markt ist tot 

 und der begegnete mir auch im September - vollkommen unnötig

Sonntag, 2. Oktober 2016

Das Jahr des Taschenbuchs - September



Letzte Woche habe ich irgendwo im Fernsehen ein Interview mit Henrike Dielen gesehen.
Ich erzählte von ihrer Entfühung im April 2014, die damals durch alle Medien ging.
Ich hatte diese Entführung von damals schon wieder vergessen, doch als ich die Archiv-
aufnahmen sah, kam die Erinnerung.

Spontan habe ich den Buchhändler meines Vertrauens angerufen und am nächsten Tag
hielt ich ihre Biografie in den Händen.

Heute am Sonntag habe ich Zeit. Der Kaffee läuft. Die Reise kann los gehen.