Dienstag, 29. November 2016

Das große Schweigen ... oder " Fresse halten" wie der Arzt sagt

Ich hätte es nie gedacht, aber ich kann es.
In der letzten Woche hatte ich  eine Kehlkopfentzündung ( mal wieder ) und meine Ärztin
hat mich krank geschrieben.
Ihre Therapie: Nicht reden

Und so schwieg ich mich durch den Tag. Eine ganz neue Erfahrung. Vor allem weil ich sie konsequent durchzog. Nach dem Arztbesuch bin ich erst einmal einkaufen. Im Supermarkt
meines Vertrauens fiel sofort auf Frau S. ist so still. Kein guten Morgen an alle.
An der Frischetheke lachte mich meine Verkäuferin aus " da bin ich mal gespannt wie lang
du das schaffst " und packte mir meine Waren zurecht. Ich hatte ihr meinen Einkaufszettel über-
reicht, wie in Kindertagen . 

Das Schweigen machte Platz zum Nachdenken. Wer keine Gespräche führt, verbringt Zeit
mit sich selber.
Als erstes fiel mir auf, dass mir meine Arbeit bzw. die Kinder fehlen. Sehr schön !
Dann wurde mir bewusst, dass mir die Zeit mit meinem Kind noch mehr fehlt, als
es mir im Alltagstrubel klar war.
Daher brauchte sie am Freitag auch nicht in die OGS und war bereits um viertel nach
eins zu Hause. Ein besonderes Geschenk, der große Bruder kam spontan in seiner
Mittagspause vorbei. Schön ...auch wenn ich nicht viel sagen konnte.

In dieser Zeit des krank seins - ich fühlte mich nicht krank, konnte nur nicht sprechen - habe
ich mein Tagebuch geführt. Geschrieben und geschrieben.
Zeit und Platz über Wünsche und Pläne in 2017 nachzudenken, rückzublicken auf das
vergangenen Jahr.

Das Schweigen tat mir sehr gut und ich habe es erst einmal mit in meinen Alltag genommen.
Seit gestern gehe ich wieder arbeiten, aber es ist ein fröhlicheres Arbeiten. Innerlich.

Vielleicht bin ich ja angekommen, in meinem neuen Leben.

Sonntag, 20. November 2016

Langsam komme ich in meinem neuen, hektischem Leben an.
Mein altes fehlt mir sehr, alle sagen , das legt sich ...ist das so ?

In der vergangenen Woche habe ich erfahren, dass mein Jahresvertrag definitiv nicht
verlängert wird. Ich habe also Arbeit für zwölf Monate.

Eine neue Wohnung habe ich auch noch nicht gefunden, unterstützt werde ich in dem Maße
nur noch bis Ende Februar, danach muss ich mit weniger Geld auskommen.
Ja ..trotz versicherungspflichtigem Arbeitsplatz und 20 Stunden bin ich immer noch Kunde
bei meiner Lieblingsbehörde.

Ob meine Arbeit mir Freude macht, kann ich noch nicht wirklich sagen. Aber sie ist in
Ordnung. Als jemand, der an verschiedenen Orten arbeitet, ist es nicht leicht sich alle
Namen zu merken oder Beziehungen aufzubauen. Irgendwie gehört man nirgends richtig
dazu.

Meine kleine Tochter lebt fürs Wochenende ... immer noch ... und findet die Nachmittagsbe-
treuung doof. Angst macht mir, dass sie letzte Woche, sie muss alleine nach Hause gehen,
von zwei Müttern im Gespräch mit einem Mann gesehen wurde, der einen Hund an der Leine
führte. Die eine hat ein Foto gemacht, die andere angehalten und meine Tochter angesprochen,
sie solle nach Hause gehen.
Das macht es mir nicht leichter.

Meine Therapie habe ich abgebrochen, ich komme mit dem Bus nicht rechtzeitig zurück.
Ist die Kleine abends gegen sieben im Bett, räume ich noch etwas auf und gehe ebenfalls
ins Bett. Freunde treffen oder Hobbys außer Haus pflegen findet nicht mehr statt.

Ich muss mich neu finden, neu sortieren.
Ich poste nicht , weil ich nichts zu erzählen habe. Ich lese gar nicht mehr, schaue abends
die Nachrichten.
Vormittags, wenn das Mädchen zur Schule geht, erledige ich den Haushalt, gehe einkaufen
und um elf mache ich mich wieder auf den Weg zur Arbeit.

Heute ist Sonntag und wir haben den ganzen Tag gekuschelt, Spiele gemacht, rumgealbert und
zusammen einen Kinderfilm geschaut. Gestern, am Samstag, war die Wäsche zu machen, eine
Freundin rief an und dann war der Tag auch schon um.

Das Mädchen vermisst ihre Freundinnen, denn die sind nicht nachmittags in der Schule. Am
Wochenende habe die Mädchen keine Zeit, in der Woche kommen wir meistens gegen siebzehn Uhr nach Hause, da lohnt es sich nicht, sich zu verabreden.

Nächste Woche beginnt die Adventszeit , besinnliche Zeit.
Euch eine schöne Woche, tut mir leid, wenn ich Eure Blogs nicht mehr besuchen kann oder hier
mehr schreiben.
Aber ... es soll ja besser werden.

Donnerstag, 3. November 2016

Mein erster Arbeitstag ... ein neuer Alltag

Die kleine Skorpionin und ich müssen uns umstellen.
Am Donnerstag war mein erster Arbeitstag und für sie ihr erster Tag in der Offenen Ganztagsschule.
Das heißt für die kleine Maus, morgens um 07.30 Uhr aus dem Haus und nachmittags
um 17.00 Uhr wieder zu Hause.
Viel Zeit für gemeinsames , draußen spielen oder generell spielen bleibt nicht. Denn seit
der Zeitumstellung geht sie wieder um 19.00 Uhr schlafen.

Morgens, wenn sie aus der Türe ist, erledige ich unseren zwei Personen Haushalt , gehe einkaufen
oder helfe meiner Tante im Haushalt. Arztbesuche usw.
Dann um 11.00 Uhr gehe ich zur Arbeit und komme um 17.00 Uhr wieder.
Die Arbeit ist ganz nett.
Ich kontrolliere Hausaufgaben ( während in der OGS meiner Tochter, jemand ihre Hausauf-
gaben kontrolliert) , ich mache Spiele , bastele , beaufsichtige Kinder ( während all das an
anderer Stelle , eine andere Mutter mit meinem Kind macht ).

Während ich also meine Zeit mit anderen Kindern verbringe, Geld verdiene, bezahle ich eine
andere Frau/Mutter dafür , dasselbe mit meiner Tochter zu machen.

Paradox oder ?