Wenn das Taschengeld nicht reicht - Teil 3



Gatani hat meinen ersten Post kommentiert und der erste Satz ist sehr treffend, was die
Taschengeldsituation so schwierig macht.
In unserer Gesellschaft steht Konsum an erster Stelle.

Täglich werden wir und unsere Kinder mit den Auswirkungen unserer Konsumwelt konfrontiert.Wenn ich mir die Situation an unserer Grundschule ansehe,
da geht es um Kleidung , Urlaub und Spielzeug.
Vor einem halben Jahr waren es Pokemon-Karten, zur Zeit die Fidget-Spinner Welle und
das Sammelalbum eines Supermarktes zum Thema Gelbe Figuren und ihr neuer Film.

Da kommen Erstklässler aus den Osterferien und berichten von ihrem Urlaub in Dubai, Rio
und Indonesien. Es gab aber auch welche die nur in Holland mit dem Wohnwagen unterwegs
waren.

Schüler haben mich darauf angesprochen, warum ich immer die selben T-shirts trage, ob
ich nur fünf hätte. Auch Kleidung ist wichtig. Wie ... ich bin gegen Primemark und Co ?.

Wir leben es den Kindern vor.
Ich selber erwische mich dabei, wie ich mal hier und da eine Kleinigkeit mitbringen .
Gleichzeitig stöhne ich darüber, dass das Geld nicht reicht.

Wir haben schon lange kein Kinderfernsehen mehr geschaut. Meistens schaut sie Filme
bei Youtube und Netflix - werbefrei. Aber wer sich mal einen Tag hinsetzt, vor den
Fernseher, und bewußt auf die Werbung achtet, der versteht den Satz " Ich brauch .."
Und auch die Frustation, wenn das Taschengeld nicht reicht. Die anderen haben auch.

Der Gang in den Supermarkt wird zum NEIN ! Marathon. Eine Zeitschrift hier,
ein Kugelball-Lutscher dort. Oh, neue Brotdosen aus Kunststoff mit den gelben M....
Ach und hier, noch schnell ein paar Spiele und Bücher.
Bei meinem Kind kommen dann noch Blumen und Kinder-Joghurts dazu, auch wenn
sie es liebt zu Hause , den Joghurt selber zu machen.

Als Mutter ist man gefragt. Volle Aufmerksamkeit , nicht auf den Einkaufszettel, sondern
auf das Regal in  Augenhöhe des Kindes . Vorher schon die Absprache, was in den
Einkaufswagen wandert.

Ich meine, mir geht es genau so. Ich weiß, ich brauche Milch, Butter, Käse , Brot  .
Sonst ist alles zu Hause. Huch, was liegt denn da noch im Einkaufswagen . War ich
das ?

Das Taschengeld soll für kleine Wünsche sein.
Aber was , wenn nur große Wünsche anstehen. Sparen ... fällt meiner siebenjährigen
noch schwer. 

Im Moment spart sie für ein Auto. Für mich. Denn , keiner ihrer Freunde fährt mit
dem Rad. Alle werden gefahren. Sie will so sein wie die anderen. Dazugehören.
(Ich möchte keine Auto, da ich in der Stadt arbeite in der ich wohne.)
Zwischendurch ist sie von sich selbst enttäuscht, wenn sie das Geld für ein
Kuscheltier ... Nr. 36 ausgibt. Auf der einen Seite freut sie sich über das neue
Kuscheltier, andererseits schrumpft ihr Autosparbetrag. Das Thema ist bei
uns noch nicht durch. Aber wer will schon jeden Tag über die Nichterfüllung
von Herzenswünschen erzählen.

Fazit: 
Taschengeld ist wichtig um zu Lernen, was es mit dem Geld auf sich hat.
Taschengeld ist keine Belohnung für besonders erwünschtes Verhalten.
Taschengeld ermöglicht Wünsche zu erfüllen und zu lernen das Geld einzuteilen.







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