Armut in Indien und Kambodscha - was hat das mit mir zu tun


 Das Foto ist von einem festlich gedeckten Tisch in unserer Familie

Teilen, Armut und Spenden beschäftigen in diesen Tagen vor Weihnachten meine Tochter und mich.

In der Grundschule wurden Lebensmittel- und Spielzeugspenden für die örtliche Tafel gesucht. Meine Tochter war eine der wenigen Kinder die nichts von ihrem Spielzeug spenden wollte. Im ersten Moment überlegte ich, sie dazu überreden, doch dann habe ich es dabei belassen. Aus meiner Sicht sollten Spenden vom Herzen und nicht vom Gruppenzwang bestimmt werden. Ich habe sie auch gefragt, wieso sie es nicht möchte und ihre Antwort war klar. " Ich hänge an meinen Sachen und möchte mich von nichts trennen . " Was soll ich dazu noch sagen? Es ist ihre Entscheidung und es war ihr auch egal, was Mitschüler und Lehrerin dazu sagen.

Am Freitagmorgen besuchte ich die Seite der Sternsinger. Mich interessiert, wofür die Kinder, die in den nächsten Wochen an meiner Haustüre klingeln, sammeln. Begleitet
wird diese Aktion auch von einem  Video mit Willi Weitzel von "Willi will´s wissen".
Die Aktion Dreikönigssingen 2018 beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Thema
Kinderarbeit in Indien.
Die Achtjährige und ich schauten uns also den Film an und schon nach kurzer Zeit
liefen mir die Tränen . Vorgestellt wurde unter anderem ein achtjähriges Mädchen zu
dem meine Tochter sofort einen Bezug herstellte.
Wir haben danach über das Gesehene ausgiebig gesprochen und sie beschloss, ihr
Taschengeld zu spenden, wenn die Sternsinger an die Türe klopfen.

Mir ist klar auch in Deutschland leiden Kinder unter Armut. Mit meinem Einkommen liege
ich sogar in der Armutsgrenze. Aber mal ganz im Ernst. Wenn ich solche Geschichten sehe oder die Berichte von Leonie ( Blog MINIMENSCHLEIN) lese, denke ich mir, wir klagen streckenweise auf einem hohen Niveau.

In meinem beruflichen Alltag sehe ich Kinder die ohne Frühstück/Mittagessen die Schule besuchen. Auch oder obwohl einkommensschwache Familien einen Zuschuss vom Staat zum Mittagessen bekommen. Ich sehe Kinder die gerne lesen und schreiben lernen möchten und das auch irgendwie bewerkstelligen, auch wenn zu Hause niemand sie dabei unterstützen kann oder will. Hier versuche ich mit meinen Mitteln zu helfen und andere auch.

Ich möchte Euch auch den Blog von Leonie ans Herz legen. Sie war in Kambodscha. Warum und wieso könnt ihr auf dem Blog MINIMENSCHLEIN lesen. Auch hier geht es um Kinder. Kinder, denen es bei weitem nicht so gut geht wie den unseren.


Armut in Indien und Kambodscha  - was hat das mit mir zu tun ?

Ich möchte hier nicht mit erhobenen Zeigefinger schreiben. 

Leonies Worte und ihr Engagement haben mich nachdenklicher gemacht.
Dazu dann noch das Video der Sternsinger.
Es geht mir gut. Ich bin mehr oder weniger gesund, habe ein Dach über dem Kopf,
Arbeit und meinen Kühlschrank kann ich mir  füllen .Es gab eine Zeit , da bin ich selber zur Tafel gegangen um den Kühlschrank für die ganze Familie zu bestücken.
Ich möchte etwas wiedergeben von dem was mir geschenkt wird und wurde.

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wer etwas tun will, braucht nicht unbedingt in die Ferne schweifen. Der Radius von einem Meter ( ihr erinnert Euch an meinen  Post zum Thema Nachhaltigkeit) reicht vollkommen um anzufangen. 

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen dritten Advent .

Eure Britta


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